Stille

Schon so lange kaum was geschrieben. Komischerweise vermisse ich es nicht mal all zu fest. So viel zu tun. Tausend Dinge im Kopf. Alles gut und alles schnell und keine Zeit. Dann plötzlich ist es Nacht. Eigentlich wäre immer noch alles gut, doch plötzlich bleibt alles stehen und die Zeit hält den Atem an. Und dann kommt irgendwas. Traurigkeit. Verzweiflung. Dunkelheit.

Vielleicht liegt es auch nur am Mond, am Abendstern, am Morgenstern, am schlechten Horoskop diese Woche, am ungelösten Kreuzworträtsel, am schlechten Gewissen, weil schon wieder viel zu wenig gelernt, an der gewaschenen Wäsche, die noch aufgehängt werden muss, an der Musik (viel zu fröhlich gerade), am vollen Magen, an der Unruhe, an den vielen unerledigten Dinge, am leeren Konto, an der verrinenden Zeit, an traurigen Fernsehserien und frischgeputzem Silberschmuck.

Oder es liegt an einer gefühlten Million Mindmaps, an der Beigeisterung für eine neue Website, an den Gesprächen über Treue und Untreue, an schlecht besuchten Vorlesungen, an dem Gedanken, mehr Sport zu machen, an der Putzwut, am Alleinesein, an der angenommenen Diplomprüfung von justine, an all den Fragen, an der grossen Sehnsucht, die nicht weiss wonach, an einem perfekten Titel, dem noch die Geschichte fehlt, an zu viel verschwendeter Zeit, an der tickenden Uhr, an zu viel Geplapper und zu wenig Gesprächen, an den haarenden Katzen, am Wasserglas und den leichten Kopfschmerzen.

Vielleicht liegt es auch nur an Grey’s Anatomy. Weil ich am Ende jeder Folge weinen muss. Mal aus Freude, mal aus Traurigkeit. In diesem Leben kann man scheinbar nicht genug weinen.


3 Kommentare

lupe
21 Mai 2007 um 23.09 Uhr

kann alles irgendwie nachvollziehen oder verstehen, mit ausnahme der putzwut.
:-)

Michael
23 Mai 2007 um 0.40 Uhr

ich lese meinen “zustand” aus deinem beitrag. und so geht es vielen aus meinem umfeld…

etwas suchen, aber nicht wissend was…
wissen: etwas muss sich ändern – man weis nur nicht was
zu spüren: viel zeit “es” zu ändern bleibt nicht mehr

ev. ist es die venus-transition (oder wie das “phänomen” heisst, das man die letzten tage beobachten konnte: venus “kreuzt” den mond), die in uns ein verlangen nach erneuerung auslöst?

auch so eine sache: fragen stellen – wissend das die antworten nicht helfen werden…

m.

Rafael
24 Mai 2007 um 0.49 Uhr

Ich muss mich auch Lupe anschliessend mit der Putzwut kann ich deinen Text, welcher deine Realität und die vieler Anderer wiederspiegelt nachvollziehen. Und ich freue mich immer wieder, wenn Menschen wie du auch den Mut finden ihre Gefühle und Gedanken Anderen gegenüber transparent zu machen.

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