Bohren
Heute also der Zahnarzttermin, den ich zuvor zweimal verschieben musste. (Wegen äusseren Umständen!) Das Schlimmste waren die Spritzen und der Temesta-Rausch danach. Seit ich kein Antidepressivum mehr nehme, vertrag ich dieses starke Beruhigungsmittel auch nicht mehr so gut. Aber lieber sich schlecht/stoned fühlen und anschliessend stundenlang schlafen, als im Behandlungsstuhl die Krise zu bekommen.
Das Bohren selber ging erstaunlich schnell und war nicht so unangenehm wie sonst. Mein Zahnarzt hat an mir ein sehr neues, minimalinversives Verfahren angewandt. Bei Löchern in den Seitenwänden der Zähne wird ja normalerweise ein grosses Loch gebohrt und dann aufgefüllt. Diesmal hat er durch ein Mikroskop geguckt, jede Menge Fotos gemacht, nur einen schmalen Kanal runtergebohrt, gefüllt und von der anderen Seite den Zahn versiegelt. Hat er mir alles das letzte Mal erklärt, ich verstehe es nicht so ganz, aber wenn er meint, wir gewinnen dafür 10 Jahre für den Zahn bla bla bla.
Ich stand also unter Medikamenteneinfluss, Temesta und Betäubungsmittel im System. Da saugt mir die Zahnarztgehilfin Flüssigkeit vom Zahn ab, was ich bis in den Kiefer spüre. Weil sie es länger tut, fang ich an Laut zu geben. Worauf mich der Zahnarzt fragt, was schlimmer sei, psychischer oder physischer Schmerz. Mein Mund stand dabei weit offen und war von einer Plastikfolie abgedeckt! Immerhin hat die Frage gewirkt, ich hab den Rest der Sitzung darüber nachgedacht, kam allerdings zu keinem endgültigen Schluss. Beides schlimm. Kann beides betäubt werden, bei beidem nicht gut, wenn der Schmerzzustand länger anhält, kann bei beidem durch äussere oder innere Umstände entstehen… Irgendwann bin ich sogar fast eingepennt.
Jetzt drücken nur noch meine Nebenhöhlen. Meine Spritzenphobie werde ich sicher nicht mehr los in diesem Leben.
Schlagworte: leben, schlafen
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