Erblinie, Blutlinie
Es wird ja bekanntlich gerne Ahnenforschung betrieben. Für adlige Leute ist das in der Regel ultrawichtig und auch relativ einfach. Otto Normalbürger hat es da schon ein wenig schwieriger.
Mittlerweilen wird ja von vielen Krankheiten angenommen oder ist erwiesen, dass sie vererbbar sind.
Ich hab mir zu beidem Gedanken gemacht. Zum einen wüsste ich gerne, ob in meiner Verwandschaft vielleicht öfters mal Depressionen aufgetreten sind, zum einen würden mich meine Vorfahren im allgemeinen interessieren. Ich hab mir also so überlegt, wie ich vorgehen würde. Verwandschaften sind ja bekanntlich eine verzweigte Angelegenheit.
Traditionell wird ja – zumindest soweit ich weiss – oft über die Familie väterlicherseits geforscht. Ich denke, gerade im Adel spielt da vor allem die Erblinie eine Rolle, also welcher Sohn hat von welchem Vater das Schloss geerbt etc. Das ist eigentlich ziemlich interessant, beeinhaltet aber ein Problem: Es ist nicht absolut sicher, dass diese Erben alle mit dem Suchenden verwandt sind. Könnte ja ein Kuckuckskind in die Erbfolge gerutscht sein, oder jemand wurde adoptiert.
Wenn man also die Gesundheitsgeschichte seiner Familie erforschen will, sollte man sich an die Mütter halten. Ein Kind ist in der Regel von der Frau, die es gebärt, muss aber nicht unbedingt vom Angetrauten dieser Frau sein.
Jetzt wäre nur noch die Frage, wo anfangen…
Immerhin hat unsere Namensvetter-Familie aus Graubünden (dort gibt es übrigens auch einen Friedhof, auf dem viele Wellingers beerdigt sind), schon etwas rausgefunden:
“Welling, ein vermutlich süddeutsches Geschlecht, von dem Mitglieder schon zum Anfang des vorigen Jahrhunderts ab fast bis zur Gegenwart in Preuss. Zivil- und Militärdiensten gestanden haben. Die Familie bedient sich auch mitunter des freiherrlichen Charakters.
Schild:
Von schwarz und rot gespalten, vorn 2 grosse Flügel, hinten ein weisser, viermal gezinnter Sparren.
Helm:
gekrönt, offener Flug, der vordere Flügel von gold und schwarz quergeteilt, der andere rot mit dem Sparren belegt.
Decken:
Links schwarz und golden, rechts rot und weiss.”
Die Bedeutung der Zeichen usw. ist nicht schriftlich festgehalten. Allgemein lassen die Adlerflügel im Wappen auf einen früher möglicherweise verwendeten Adelstitel schliessen. Die Sparren (Speere) deuten auf kriegerische Aktivitäten bzw. militärische Dienste hin.
Interessanterweise ist das Wappen auf der Seite fast identisch mit einem, dass eine Tante mal wunderschön gestickt auf Seide gestickt und gerahmt hat. Da der Rahmen zerbrochen war, haben wir das ganze auseinandergenommen, es waren jedoch keine schriftlichen Anmerkungen o.ä. zu finden. Ich weiss also nicht, woher sie dieses Wappen hat und wann es gestickt wurde.
Ich hab meinen faulen Allerwertesten bewegt und noch kurz ein Bild gemacht:

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5 Januar 2008 um 0.36 Uhr
Schaut doch schon vielversprechend aus teure Pinzessin.