Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft…
Ich brauche einen Freund. Ganz eindeutig. Nur schon, um meinem Körper mal wieder was Gutes zu tun. *kicher*
Die letzten Therapiewochen waren sehr anstrengend. So anstrengend, dass ich weder Lust hatte, mit anderen darüber zu reden, noch das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Im Fach Entwicklungspsychologie ist der Schwerpunkt dieses Semester das Jugend- und Erwachsenenalter. Diverse Pflichttexte beschäftigen sich zum Beispiel mit der Ausbildung der Identität der Jugendlichen. Langsam aber sicher machte sich dumpfe Panik in mir breit, die Jahre vor dem Fernseher nicht mehr nachholen zu können und für immer ein Einzelgänger bleiben zu müssen. Aus der Ferne das andere Geschlecht ansabbernd, aber selber nie einen abbekommend.
Zum Glück stolperte ich kurz vor der grossen Verzweiflung über ein sehr hilfreiches Buch und die Befürchtung, nicht attraktiv für Männer zu sein, zerstreute sich dieses Wochenende ebenfalls. Wenn sich ein normaler, netter, gut aussehender Kerl für mich interessiert, mit dem sogar Gespräche über Statistik Spass machen, besteht noch Hoffnung. Ich hatte irgendwie vergessen, wie toll es ist, zu tanzen, zu trinken (nur drei Bier. Die kosten in Zürich 7.50 Fr.! Ist das normal? Auf einer Studentenparty?), im Dunkeln zu knutschen.
Nach 0 Stunden Schlaf und einem Kosmetik-Termin um 9 Uhr traf ich am Nachmittag G., die das Problem auf eine ganz einfache Art zusammenfasste: Manchmal ist einfach niemand passendes da. Dann liegts nicht an einem selber, sondern am “Angebot”. Und Verpasstes kann man auch später noch lernen.
Ich hab ihr dann auch von einem Gedanken erzählt, der mich schon einige Tage beschäftigt. Hätte mir vor 5 Jahren jemand gesagt, wie ich heute bin, was ich tue, wie ich mich fühle, ich hätte die Person ausgelacht. Alleine schon die Entscheidung, die Pille jetzt mal für einige Zeit abzusetzen. Oder die Freude, die ich immer noch an meinem Studium habe, obwohl es anstrengend ist und ich vier Jahre für das Assessmentjahr benötigte. Der Spass, den mir mein Job macht und das Selbstbewusstsein, dass ich in Bezug auf meinen Fähigkeiten entwickelt habe. Als ich mit dem Studium anfing, hätte ich auch nie gedacht, eines Tages im FAPS-Vorstand zu sein. Oder einfach Hoffnung und ein gutes Gefühl was die Zukunft betrifft zu haben. Auch wenn letzteres ab und zu verloren geht. Aber das gehört wohl zum Auf und Ab im Leben. Sogar damit komme ich langsam besser zurecht.
Es gibt einige Dinge, die nicht so toll sind. Die Migräne. Die jahrezeitlichen Stimmungsschwankungen. Das schwankende Bedürfnis nach Nähe und Rückzug. Ich lerne damit umzugehen. Und vielleicht stimmt es ja am Ende, was mir mein Therapeut ständig erzählt: Wenn man sich selbst liebt, ist man auch offen, dass andere einen lieben können. Wir werden sehen.
Abgelegt unter: dark me
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20 Oktober 2009 um 11.20 Uhr
und … hast Du Deinem Körper was Gutes getan?