Mit Beschneidung gegen HIV-Infektionen
Ich finde, der menschliche Körper ist perfekt. Es mag ein paar scheinbar nutzlose Relikte wie Weisheitszähne und den Blinddarm geben und manche Menschen sind mit etwas weniger Schönheit gesegnet als andere. Trotzdem scheinen die Menschen sich immer weiter verschönern zu wollen, wobei dieses Schönheitsideal variiert und groteske Formen annehmen kann. Ob sich die einen absichtlich Narben zufügen, die Zähne feilen, den Hals verlängern, Tattoos stechen oder Silikonkissen einsetzen lassen, Korsetts tragen… Jede Kultur kennt solche “Verschönerungen” und ich stehe ihnen skeptisch gegenüber.
Eine Ausgabe des amerikanischen Men’s Health hat mich jedoch überzeugt, dass die männliche Beschneidung sinnvoll ist (Link zum Artikel im Men’s Health).
Daniel Halperin, Ph.D., hat in den 1990er Jahren epidemiologische Studien zu AIDS untersucht und vergleichen, an welchen Orten in Afrika und Asien die HIV-Raten niedrig waren. Seine Erklärung: In diesen Gebieten ist die männliche Beschneidung üblich, diese spielt also eine Rolle bei den niedrigeren Raten.
Halperin wurde für verrückt gehalten und auch entsprechend angegriffen, mittlerweilen konnten aber andere Studien beweisen, dass dieser Eingriff das Risiko einer HIV-Infizierung bei heterosexuellen Männern um 60 Prozent verringern kann.
Bekanntlich ist es ein himmelweiter Unterschied zwischen Theorie und Praxis, darum war ich erfreut zu lesen, dass die Vereinten Nationen auch dazu aufrufen, die männliche Beschneidung in Ost- und Südafrika weiter voranzutreiben (Link zum Artikel im Tagesanzeiger).
Und nur damit wir uns richtig verstehen: Auf Kondome sollte trotz Beschneidung nicht verzichtet werden.
Schlagworte: Afrika, AIDS, Beschneidung, Forschung, HIV, Men's Health, männer
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23 Juli 2010 um 13.57 Uhr
Sali Nicole
Der Themenkreis der letzten Beiträge lässt eindeutige Schlüsse zu