Viele Wege führen zur Erklärung

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(Ja, ich mag es offensichtlich, Sprichworte umzuformulieren.)

Eigentlich wollte ich heute mit Herrn K. darüber reden, warum ich immer wieder zu Wortdurchfall neige. Ich erzähle manchmal Leuten, die ich kaum kenne, sehr persönliche Sachen. Dabei bin ich wie ein Dampfkochtopf mit Loch: Ich weiss, dass ich sowas nicht erzählen sollte, kann aber einfach nicht aufhören.

Stattdessen redeten wir heute darüber, warum mir jedesmal die Tränen komme, wenn ich mit anderen über den Tod ihrer Angehörigen rede. Meine leben grösstenteils noch und ich weiss daher nie so recht, wie ich mich verhalten soll.

Am Ende bekam ich für den nichtbesprochenen Teil auch eine Erklärung, bin also zufrieden. Nächstes Mal frag ich dann, was ich jetzt damit machen soll. *g*

(Und nein, die Erklärung werde ich hier nicht wiedergeben. Zum einen ist mir das zu persönlich – ja, das gibts – und zum anderen musste ich feststellen, lassen sich solche Sachen nur schlecht erzählen. Als ob man einen Film in 60 Sekunden zusammenfassen würde. Ist lustig, aber ein paar wichtige Teile fehlen, um das Gesamtbild zu verstehen.)

21. Januar 2010 | Kategorie: dark me

Alles doof (ohne Schafe)

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Seit ich erkältet war, bin ich ständig ein wenig grummelig. Herr H. erklärte mir letzte Woche, dass bei Krankheit nicht nur das körperliche Immunsystem geschwächt sei, sondern auch das psychische. Irgendwie hab ich das Gefühl, letzteres braucht gerade etwas länger, um wieder normal zu arbeiten.

Alles doof im Moment.

18. November 2009 | Kategorie: dark me

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft…

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Ich brauche einen Freund. Ganz eindeutig. Nur schon, um meinem Körper mal wieder was Gutes zu tun. *kicher*

Die letzten Therapiewochen waren sehr anstrengend. So anstrengend, dass ich weder Lust hatte, mit anderen darüber zu reden, noch das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Im Fach Entwicklungspsychologie ist der Schwerpunkt dieses Semester das Jugend- und Erwachsenenalter. Diverse Pflichttexte beschäftigen sich zum Beispiel mit der Ausbildung der Identität der Jugendlichen. Langsam aber sicher machte sich dumpfe Panik in mir breit, die Jahre vor dem Fernseher nicht mehr nachholen zu können und für immer ein Einzelgänger bleiben zu müssen. Aus der Ferne das andere Geschlecht ansabbernd, aber selber nie einen abbekommend.

Zum Glück stolperte ich kurz vor der grossen Verzweiflung über ein sehr hilfreiches Buch und die Befürchtung, nicht attraktiv für Männer zu sein, zerstreute sich dieses Wochenende ebenfalls. Wenn sich ein normaler, netter, gut aussehender Kerl für mich interessiert, mit dem sogar Gespräche über Statistik Spass machen, besteht noch Hoffnung. Ich hatte irgendwie vergessen, wie toll es ist, zu tanzen, zu trinken (nur drei Bier. Die kosten in Zürich 7.50 Fr.! Ist das normal? Auf einer Studentenparty?), im Dunkeln zu knutschen.

Nach 0 Stunden Schlaf und einem Kosmetik-Termin um 9 Uhr traf ich am Nachmittag G., die das Problem auf eine ganz einfache Art zusammenfasste: Manchmal ist einfach niemand passendes da. Dann liegts nicht an einem selber, sondern am “Angebot”. Und Verpasstes kann man auch später noch lernen.

Ich hab ihr dann auch von einem Gedanken erzählt, der mich schon einige Tage beschäftigt. Hätte mir vor 5 Jahren jemand gesagt, wie ich heute bin, was ich tue, wie ich mich fühle, ich hätte die Person ausgelacht. Alleine schon die Entscheidung, die Pille jetzt mal für einige Zeit abzusetzen. Oder die Freude, die ich immer noch an meinem Studium habe, obwohl es anstrengend ist und ich vier Jahre für das Assessmentjahr benötigte. Der Spass, den mir mein Job macht und das Selbstbewusstsein, dass ich in Bezug auf meinen Fähigkeiten entwickelt habe. Als ich mit dem Studium anfing, hätte ich auch nie gedacht, eines Tages im FAPS-Vorstand zu sein. Oder einfach Hoffnung und ein gutes Gefühl was die Zukunft betrifft zu haben. Auch wenn letzteres ab und zu verloren geht. Aber das gehört wohl zum Auf und Ab im Leben. Sogar damit komme ich langsam besser zurecht.

Es gibt einige Dinge, die nicht so toll sind. Die Migräne. Die jahrezeitlichen Stimmungsschwankungen. Das schwankende Bedürfnis nach Nähe und Rückzug. Ich lerne damit umzugehen. Und vielleicht stimmt es ja am Ende, was mir mein Therapeut ständig erzählt: Wenn man sich selbst liebt, ist man auch offen, dass andere einen lieben können. Wir werden sehen.

18. Oktober 2009 | Kategorie: dark me

Nämlich

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Muss links rechts etwas Platz schaffen, darum hier zur Erinnerung:

Bleeding for the Cure

Qualität kommt von Qual.

Alles ist schwierig, bevor es einfach wird.

Jeder Tag ist ein neuer Anfang.
Jede Nacht eine neue Versuchung. (Schiller)

Nett ist die kleine Schwester von Scheisse.

What’s worth the prize is always worth the fight.

22. September 2009 | Kategorie: dark me

Die Wahl

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Wenn ich die Wahl habe zwischen dem Nichts und dem Schmerz, dann wähle ich den Schmerz.

William Faulkner, US Schriftsteller & Nobel Preisträger (Literatur 1947)
(via Google)

Ich bin mir manchmal nur nicht so sicher, ob das die richtige Entscheidung ist…

27. August 2009 | Kategorie: dark me

Erfolgreicher Abend

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Küche: Aufgeräumt, Geschirr in Maschine geräumt, Pfannen abgewaschen, etwas geputzt.
Schlafzimmer: Aufgeräumt, zusammengelegte Wäsche in den Schrank verräumt.
Badezimmer: Aufgeräumt.
Wohnzimmer: Sofadecke gefaltet.
Balkon: Verdorrte Teile von Pflanzen entfernt, Wasser gegeben.
Kopf: Werde wohl später noch eine Migränetablette nehmen, auch wenn das Kopfweh etwas besser geworden ist.
Telefon: justine wegen den Schuhen zum Brautjungfernkleid und wegen morgen angerufen, B. Absage für Selbsthilfe diesen Freitag geschickt.
[Nachtrag:] Ganz vergessen: Mal wieder was Leckeres selbst gekocht.

Uff. Endlich konnte ich diese vielen Pendenzen abarbeiten. Steht ja alles schon länger an und schon gefühlt viel länger rum… Jetzt fehlt noch:

Blog: Kommentare beantworten und endlich den Eintrag zum CityStroll fertigschreiben und freischalten.

Beim Aufräumen kam mir dann noch eine kleine Erkenntnis. Mein Therapeut stellte mal fest, dass wir in meiner Familie sehr einsam sind. Ich weiss nicht, wie die anderen diese Aussage bewerten würden, für mich stimmt sie. Ich meine, hei, ich hab meine Jugend vor dem Fernseher verbracht!

Mit dieser Aussage hatte ich also keine Mühe. Unangenehmer war mir die erwähnte Erkenntnis, dass ich bisher nur Beziehungen geführt hatte, in denen “wir” aus einsam waren. Mein erster richtiger Freund hatte mich in den zwei Jahren Beziehung nur zwei seiner Freunde und nie seinen Eltern vorgestellt. Einige Zeit hatte ich sogar bei ihm gewohnt… OK, der zweite hat mich mit seinem Freundeskreis und seinen Eltern bekannt gemacht, allerdings war ich damals bereits in der Anfangphase meiner Depression und konnte diese Kontakte nicht weiter ausbauen. Ex-BFK war Austauschstudent… Ach menno. Ich habe wirklich die Nase voll, mich alleine zu fühlen, alleine zu sein. Und finde es gleichzeitig sehr schwierig, das zu ändern.

Ein weiterer Schritt neben “Operation: Freundeskreis pflegen” ist, dass ich mich bei unserer Fachschaft gemeldet habe und dort im nächsten Jahr mitmachen werde. Weiss noch nichts wie-was-wo, aber so hab ich was sinnvolles zu tun und lerne ein paar neue Leute kennen.

Ich komme mir so klinisch/wissenschaftlich in meiner Planerei vor. Es ist furchtbar anstrengend, gleichzeitig habe ich das Gefühl, das sollte es nicht sein. Aber der Weg stimmt. Und Herr K. hat sicher ein paar gute Anregungen, wie ich weitermachen kann. Oder bringt mich auf neue Ideen. Ich hab 20 kg abgenommen, da krieg ich es ja wohl hin, ein paar neue Freunde zu gewinnen!

26. August 2009 | Kategorie: dark me, me

Nicht gut

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Ins Büro kommen und schon auf 180ig sein. Heute sollte mir besser niemand zu nahe kommen…

25. August 2009 | Kategorie: dark me

Das Leben ist nichts für Schüchterne

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“Das Leben ist nichts für Feiglinge”, habe ich mal gelesen. Und musste dem Zustimmen.

Nur um das klar zu stellen: Ich halte weder Selbstmörder noch Klinikpatienten für feige. Täglich müssen wir Entscheidungen treffen, uns mit unseren Mitmenschen auseinandersetzen und irgendwie zurecht kommen. Das ist nicht immer einfach, und kann auch mal zu viel werden. Zum Glück sind wir viel stärker, als wir uns vorstellen können. Ich denke, ich komme ganz gut zurecht.

Gestern dann sass ich mitten in einem Haufen von interessanten, offenen, lustigen und gutaussehenden Männern in meinem Alter. Ich sass da. Stumm.

Es bereitet mir keine Probleme, mich mit jemandem zu unterhalten, den ich nicht attraktiv finde. Ich habe nie Probleme damit, von all den interessanten Dingen zu erzählen, die mich gerade beschäftigen. Ausser der Gesprächspartner ist attraktiv. Dann setzt meine Hirntätigkeit aus und ich werde zu dieser schüchternen Maus. Mich selbst so zu erleben ist jedesmal ein kleiner Schock. So wird das nie mehr was mit einem neuen Freund…

[Nachtrag:] OK, vielleicht lags auch eher daran, dass sich der Haufen kannte und das alles neue Gesichter für mich waren. Trotzdem. Fühlte sich an wie damals während meiner Depression, die Gespräche flitzen vorbei und ich habe keine Chance, irgendwie daran teil zu nehmen. Frustrierend. Bäh.

[2. Nachtrag:] Immerhin hat sich eine Frage geklärt, auf die Herr K. und ich Anfang Woche keine Antwort fanden. Wohin gehen Männer in meinem Alter? Mir fiel nur “Fussballspiele” ein. Herr K.s Anmerkung dazu war, dass sie da aber nicht hingingen, um jemanden kennen zu lernen. Immerhin fiel ihm auch nichts ein, ich bin also nicht grundsätzlich doof.
Die Antwort: Sie gehen zum Beispiel ans Bambole Openair.
Ich wäre ja versucht… ach, lassen wir das.

Eines ist klar, Paartherapeutin kann ich aus meinen Berufsmöglichkeiten rausstreichen… (Da die meisten Paare erst in Theapie gehen, wenns schon zu spät ist, kann ich den Verlust wohl verschmerzen.)

14. August 2009 | Kategorie: dark me, frustration

Kurz vor dem Durchdrehen

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Das Aufbaustudium hat heute Morgen endlich die Prüfungsresultate bekommen. Bei uns Assessmentstudierenden steht immer noch “Wird fortgesetzt”. Ich platze jetzt dann!

(Dass ich heute mein Portemonnaie zu Hause liegen gelassen habe und Wordpress schon wieder ein Update hat, tut meinem Blutdruck auch nicht gerade gut. AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAaah!)

scream

04. August 2009 | Kategorie: dark me, frustration, studium

Zensche Gelassenheit

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Als Hausaufgabe für seinen dreiwöchigen Urlaub gab mir mein Therapeut auf, ich solle mit meinem inneren Kritiker reden.

Zuvor hatte er mir von einem Tennislager erzählt, an dem er vor einigen Jahren teilnahm. Da wurde mehr auf die mentalen Aspekte von Tennis eingegangen, als auf das Spiel selbst. Der innere Kritiker, beliebter Störer in Turnieren, wurde “Charlie” genannt und mit einfachen Mitteln zum Schweigen gebracht.

Charlie. Wie witzig. Der unsichtbare Freund meiner Kindheit hiess auch so. Benannt nach einem Onkel, den ich sehr mag.

Mein unsichtbarer… äh, mein innerer Kritiker, der sitzt gemütlich auf meiner rechten Schulter und sieht aus wie ein Leprechaun, ein irischer Kobold.

Einen eigenen Namen hat er bisher noch nicht, immerhin sieht er lustig aus. Und er ist verdammt gut mit seinen giftigen Kommentaren über mein Leben.

Seine fiese kleine Stimme erzählt mir, wie seltsam es doch sei, mit 30ig nur eine richtige Beziehung vorweisen zu können, die erst noch nur zwei Jahre gedauert hat. Dass ich wohl eh niemanden mehr abbekomme, weil ich mit den anderen Dreissigjährigen nicht mithalten kann. Die haben ihre Ausbildung beendet und jetzt gute Jobs, während ich an meinem Studium bin und am Existenzminimum lebe. (Wohlgemerkt, ich würde mich nie als arm bezeichnen, auch wenn ich gerne mit “arme Studentin” kokettiere. Das Geld reicht. Ich kann keine grossen Sprünge machen und muss mich einschränken, aber ich kann mir durchaus neue Kleider oder Schuhe kaufen, wenn ich die benötige, und ich muss auch nicht am Hungertuch nagen. Sogar ein Städtetrip liegt ab und zu mal drin.)

Am allerliebsten reitet er darauf herum, wie unnormal es sei, dass ich mit meinem Leben zufrieden bin. Und keine konkreten Ziele habe, ausser mein Studium abzuschliessen. Das könne ja wohl nicht sein, ich müsse klare Zeitpläne haben, jetzt schon wissen was ich nach dem Studium und bis zur Pensionierung mache. Und ein Leben, pha, das sei ja wohl armselig.

Der Kobold ist also eine richtige Nervensäge. Und die zwei letztgenannten Sprüche geben mir tatsächlich oft zu denken.

Vor ein paar Tagen bestellte ich mir auf Exsila ein Buch über Zen. Ich mag die Serie “Life”, und deren Protagonist Charlie Crews zitiert dauernd Zen-Weisheiten.

“Zen im Alltag” von Charlotte Joko Beck kam also und ich begann zu lesen. Schon auf den ersten paar Seiten ging mir etwas auf: Vielleicht ist das ja gar kein Makel, mit seinem Leben zufrieden zu sein und gar keine grossen Pläne und Ambitionen zu haben. Denn Zen hat genau dieses Ziel: Das Leben im Augenblick und die Akzeptanz dessen, was ist. (Zumindest habe ich das bisher so verstanden.)

Und so einfach ist etwas, das ich schon so lange als Makel empfinde, zu einer Stärke geworden.

Nicht, dass ich mich jetzt für den Inbegriff von Zen halte *lach*. Es tat einfach gut, eine andere Sichtweise kennen zu lernen. Natürlich sind Zukunftspläne wichtig und sinnvoll, Altersvorsorge sollte man mit einer Lebenserwartung von 85ig wirklich nicht vernachlässigen. Aber es bringt auch nichts, mich über meine Situation aufzuregen, wo ich sie ja sowieso nicht mit einem Fingerschnippen ändern kann. So wie es ist, so ist es gut. Und wenn das einem anderen Menschen oder dem grünen Giftzwerg auf meiner Schulter nicht passt, ist das deren Problem.

17. Juli 2009 | Kategorie: dark me
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