Alle wichtigen Infos:
CityStroll: Mischung aus Stadtführung und Kneipentour durch Winterthur IN ENGLISCHER SPRACHE
http://www.citystroll.ch
25.- Fr. inkl. zwei Getränke und ein kleines Geschenk
April – Oktober: Jeden Donnerstag, 18 Uhr- 21 Uhr
Oktober – April: Jeweils am ersten Donnerstag des Monats
Es ist empfehlenswert, sich per Mail über die Durchführung zu erkundigen.
Treffpunkt: Vor dem Büro von Winterthur Tourismus (siehe Site)
Tickets können beim Winterthur Tourismus oder an der Führung direkt bei den Guides gekauft werden. (Anmeldung in letzerem Fall nicht vergessen.)
So richtig im Touristen-Modus habe ich ein paar Bilder gemacht und nochmal die wichtigsten Punkte beschrieben. Die Galerie findet ihr hier: CityStroll Winterthur, 13. August 2009
(Ich sollte mir eine bessere Digitalkamera kaufen. Bei wenig oder Gegen-Licht werden die Bilder einfach nichts…)
Mein Bericht:
Nachdem ich eine Woche zuvor die einzige Anwesende war, hat es am 13. August endlich mit dem CityStroll geklappt. Endlich, weil ich schon länger davon wusste, Donnerstagsabend aber durch die regelmässigen Treffen mit meiner besten Freundin besetzt sind. Ihre Hochzeitsvorbereitungen bedingen etwas terminliche Flexibilität, was sich in diesem Fall ganz gut traf.
Der CityStroll ist eine Mischung aus Stadtführung und Kneipentour, durchgeführt von den beiden Guides Alex und Beat. Mich reizte, dass die Führung in Englisch gehalten wird. Konnte ich mal wieder üben. Im Preis von 25.- Fr. sind neben der Führung auch zwei Getränke und ein kleines Ueberraschungsgeschenk enthalten. Es würde also auch Gelegenheit geben, die anderen Teilnehmer und die Guides etwas kennen zu lernen. Die Führung dauert wegen diesen zwei Zwischenstopps drei Stunden, von 18 Uhr bis 21 Uhr. Sie findet von April bis Oktober jeden Donnerstag statt, es ist aber von Vorteil, sich per Mail über die tatsächliche Durchführung zu erkundigen. Alex und Beat haben kürzlich die Prüfung zum Stadtführer erfolgreich abgeschlossen, sie haben also auch eine fundierte Ausbildung.
Die Gruppe bestand aus einem österreichischen Paar mit Hund, einem Schweizer Ehepaar aus der Gegend und mir. Obwohl alle Deutsch verstanden, erklärten uns die beiden Guides die Sehenswürdigkeiten mir zuliebe auf Englisch. Juhu! Ich war auch super vorbereitet, hatte ich doch vorher unfreiwillig eine Folge “In Treatment” auf Englisch gucken müssen.
Wir liefen also los und ich erfuhr endlich, warum die Verkleidung des Red Towers aus Backsteinen besteht. Eine Referenz an die bei vielen Winterthurer Gebäuden verwendeten Backsteine. Wer das Sulzerareal kennt, weiss was gemeint ist.
Dann war es schon Zeit für den ersten Pub-Stop. Im Paddys tranken wir was und gratulierten dem Schweizer Ehemann zum Geburtstag.
Schon gings weiter und wir bewunderten das – ziemlich hässliche – Kunswerk vor dem Theater Winterthur. Es wird von der Bevölkerung auch “Elefantendusche” genannt. Dieser Spitzname hat einen Stadtpolitiker auf die Idee gebracht, beim Nationalzirkus Knie einen Elefanten auszuleihen und diesen unter dem Kunstwerk duschen zu lassen. Leider gingen bei der Aktion ein paar der Bodenplatten zu Bruch, so dass nie mehr ein Elefant in diesen Genuss kam.
Die Infos zum Stadthaus habe ich komplett vergessen. Durch den Rathaus-Durchgang gings dann zurück in die Altstadt, nicht ohne einen Blick auf den Stein zu werfen, auf dem Winterthur zum ersten mal erwähnt wurde.
Winterthur hat diverse kleine Durchgänge, die teilweise ziemlich versteckt sind. Durch einen weiteren gelangen wir in den östlichen Bereich, wo es plötzlich komplett still war. Sehr beeindruckend. Die Bademoschee und das kleinste Haus Winterthurs an der Neustadtgasse waren das nächste Ziel. Die Bademoschee war das erste Badehaus in der Schweiz und beherbergt heute die Gewerbepolizei. Den Namen hat sie durch ihre orientalisch anmutenden Fenster und Bauweise erhalten.
Im Graben wars leider schon zu dunkel für brauchbare Fotos, nahmen die dicht belaubten Bäume doch das spärliche Abendlicht weg. Schon kamen wir an der Steinberggasse an, wo wir uns im Albani für den zweiten Drink nieder liessen. Der Musikclub kann sich rühmen, schon so Berühmtheiten wie Pearl Jam, Sheryl Crow und ziemlich alle bekannten Schweizer Bands auf der Bühne gehabt zu haben. Das Gebäude ist auch das Geburtshaus der Gebrüder Sulzer, die dort wohl auch ihre erste Giessversuche unternahmen, bevor sie – vermutlich wegen Brandgefahr – aus der Altstadt verwiesen wurden und an der Stadthausstrasse begannen, den berühmten Industriekonzern aufzubauen. (Später wurde noch eifrig diskutiert, ob sie wohl erst gossen und dann entdeckt wurden oder gleich offenlegten, was sie da planten. *g*)
Nach einem Abstecher zu Kirche in der Altstadt und auf den Neumarktplatz (in Google Maps ist zu diesem Zeitpunkt ein Markt darauf zu sehen
) war die Tour offiziell beendet. Wir beschlossen, nochmal zurück zum Albani zu gehen, wo ich einen wirklich vergnüglichen Abend mit einer Horde Männer verbrachte. Ja, das war sicher der Höhepunkt. *grins*
Wer wirklich etwas über die Geschichte von Winterthur wissen will, ist bei einer Altstadtführung (Altstadtbummel, Infos beim Winterthur Tourismus) besser aufgehoben. Wer auf etwas unkonventionelle Weise einen guten Abend verbringen möchte, neue Leute kennen lernen mag und vielleicht sogar sein Englisch mal wieder brauchen will, der ist beim CityStroll auf jeden Fall an der richtigen Adresse.
Falls sich jemand von meinen Leserinnen und Lesern mal nach Winti verirrt, komme ich natürlich gerne wieder an die Führung mit.

