Clevere Nicole: Altpapier entsorgen

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Altpapier

Dieses Wochenende verbrachte ich zu Hause in meiner eigenen Wohnung. Zum einen brauchte ich mal wieder Zeit für mich, dann wollte ich einige Aufräumarbeiten erledigen, vor allem wollte ich aber all den Openair-Besuchern vom Openair Frauenfeld aus dem Weg gehen. Die würden heute Abend um 21 Uhr den Zug verstopfen, es toll finden, sich im Abteil einen Joint anzuzünden und allgemein dreckig und furchtbar laut sein. Auf gut Deutsch: Heute wollte ich die Strecke Weinfelden – Winterthur meiden, wie der Teufel das Weihwasser.

Damit ich nicht faul im Bett rumliege, hatte ich drei Vorsätze gefasst:

  1. Jemanden aus meinem Freundeskreis treffen.
  2. Altpapier für die Entsorgung vorbereiten
  3. Einige Artikel in Ricardo einstellen

Punkte 1 war gestern um Mitternacht erledigt. Ich hatte F. zugegebenermassen etwas kurzfristig gefragt, ob sie Lust habe, mich am Wochenende zu treffen. Zum Glück hatte sie sich einen Termin fälschlicherweise am Samstag statt am Sonntag eingeschrieben, so ging ich sie gestern besuchen. Zu meiner Freude stimmte sie nämlich zu, was zu kochen. F. kann einfach supergut kochen (hab ich ein Glück mit meinem Freundeskreis, lauter gute Köchinnen und Köche :-) ). Es gab Couscous mit Fleisch-Gemüse-Pfanne und einen Salat aus Fenchel, Gurke und noch einigen anderen Sachen. Total lecker.

Heute lag ich dann bis Mittag im Bett, die Migräne konnte es sich natürlich nicht verkneifen, doch noch vorbei zu sehen. Um eins fühlte ich mich wieder einigermassen dem Leben gewachsen. Die Frage war nun, wie wollte ich Punkt 2 angehen? Meine Studienunterlagen aussortieren würde leicht sein, ich hatte aber auch vor, endlich einen 30 cm-Stapel von Weltwoche-Magazinen aus dem dem Jahr 2004 (?) zu entsorgen.

Nun gibt es Leute, die sammeln alles (oft Messies), andere stellen sich die Wohnung gerne mit Nippes zu, ich habe ein Problem mit Papier. Obwohl ich keine Zeitungs- und Magazine-Leserin bin, stapelt sich das Zeug bei mir “für irgendwann dann mal”. Ich hasse das, habs aber leider nicht immer so im Griff. Wie würde ich es also schaffen können, die 30 cm aus ihrer Plastikhülle zu schneiden und zusammen zu binden, ohne dauernd spannende Themen auf den Titelseiten zu entdecken?

Die Lösung war denkbar einfach: Ich drehte den ganzen Stapel um und schnitt die Hefte an der Rückseite auf.

Das erste Problem war gelöst. Nun stellte sich die Frage, wie ich das Altpapier zusammenbinden soll. Normalerweise mache ich das auf dem Küchenboden kniend. Ich hasse das. Diese Prozedur ist der Grund, dass ich mich nur ungefähr alle sechs Monate zum Altpapier-Entsorgen durchringen kann.

Bekanntlich ist es ja eine gute Strategie, etwas Unangenehmes mit etwas Angenehmen zu verbinden. Meist in Form einer kleinen Belohnung nach der Anstrengung. Nun, ich verband diesmal beides gleichzeitig. Während ich mir drei Folgen Gordon Ramsey und zwei Folgen In Treatment ansah (ca. 3 Stunden also), sortierte ich mein Studienzeug aus, entfernte die Plastikhülle von den Weltwoche-Heften und bündelte alles zu hübschen Haufen.

Und weil ich gerade so gemütlich sass, entfernte ich noch die Papieretiketten von den Dosen, die ich morgen entsorge, und band auch all die vielen Papiertüten zusammen, die sich angesammelt hatten. Ausserdem stopfte ich alle Plastiktüten in einen Abfallsack. Beides würde ich ebenfalls nicht mehr in diesen Mengen brauchen.

Zwischendurch sortierte ich noch eines meiner Büchergestelle neu ein und hatte einfach eine gute Zeit.

Man kann sich meine Freude vorstellen, als ich nach der ganzen Arbeit im Internet den nächsten Sammeltag nachsah und feststellte, der ist schon Morgen. Ich muss das Zeug also nicht noch eine Woche in der Wohnung aufbewahren!

Fünf Mal rauf und runter, nun ist das Altpapier und der Wochenmüll entsorgt und unter meinem Küchentisch sieht es richtig leer aus.

Ich bin einfach stolz auf mich, zum einen für die Erledigung, aber auch für die clevere Vorgehensweise. :-)

Ob ich heute noch Ricardo machen mag, muss ich mir allerdings nochmal überlegen. *lach*

12. Juli 2009 | Kategorie: me

Update

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Keine Ahnung, wie ich darauf kam, hab mir aber gerade die “arbeit”-Kategorie in meinem Blog durchgelesen. Kommt selten genug vor. Stelle aber jedesmal wieder fest, dass ich

  1. tatsächlich Humor habe. (Vermute allerdings, das sehen andere nicht so. Kann ich mit leben, auch wenns ein bisschen enttäuschend ist.)
  2. mein Zeug gerne lese.

Es ist mitten in der Nacht, ich schreib neuerdings Gee Roman-E-Mails statt hier Einträge.

Es geht mir gut. Mehrheitlich. Nächte sind etwas schwierig, wenn ich alleine bin, aber das ist ja nichts neues. Neu ist dafür, dass mir dann trotz allem Schmerz einfällt: “Eigentlich bin ich ja glücklich.” Und dann bin ich immer einen Moment sprachlos und geschockt, weil “Glücklich” garantiert nicht in mein Leben reinpasst. Dazu bin ich einfach nicht gemacht.

BFK ist wieder da.
Die Zukunft ist leider eine unsichere Sache. Und ich fühl mich vom Universum beschissen, mir so einen tollen Kerl zu schicken und vielleicht ist es in ein paar Wochen vorbei. (Dabei haben wir gerade die 100 Tage erreicht, was in Süd-Korea eine wichtige Zahl ist.)

Die Vergangenheit drängt sich auch wieder unangenehm auf, und ich bin leider wenig erfolgreich mit meinen Versuchen, nicht weiter daran zu denken. Aber es tut nicht weh, sondern ist eher ein komischer Druck im Sternum-Bereich, da wo ich auch Prüfungsangste hab.

Aber nach heute ist das letztere auch wieder besser. BFK hat diese Woche Prüfungen, und weil ich ihn vermisste, kam er gestern Abend zu mir. Heute schmiss ich ihn um 8.15 Uhr aus dem Bett und wir lernten gemeinsam bis 15 Uhr (natürlich mit meinen üblichen 15 Min. Pause nach 45 Min. lernen und Mittagessenspause von 11.45 bis 13 Uhr). Ich hab heute also 6 Stunden gelernt.

Gestern hatten wir auch noch schnell eine Lernsession von 22 Uhr bis Mitternach hingelegt, was mein schlechtes Gewissen enorm entlastete, verbrachte ich doch den Morgen damit, zwei Folgen der Serie “Dexter” zu gucken, die mir meine Schwester empfohlen hatte. Wie sie mir in einem Antwortmail mitteilte, hatte sie den schwulen Bruder aus “Six Feet Under” gar nicht mehr erkannt.

Mittags traf ich dann N. die Freundin aus Kantizeiten, und nach einem Mittagessen im Wagamama liefen wir zwei Stunden shoppend durch die Stadt. Ich war tot, als ich heimkam, aber es hat unheimlich Spass gemacht. Und es ist toll, wenn man so spontan sein kann.

Heute dann überraschend ein Paket von Amazon, mit einem ketzerischen Kinderbuch und einem wundervollen Kurzgeschichtenbuch. Lesestoff, nach 6 Stunden musste ich dringend das Niveau wieder senken *g*.

Letzten Samstag hab ich “geweeded”. “to weed” bedeutet “jäten” in englisch, was mich total von den Socken gehauen hat. “Weed” ist nämlich das Wort, das ich am liebsten für Gras/Mari*huana verwende.

Sonntag dann um 6 Uhr früh aufstehen und zum EuroAirport nach Basel Mulhouse fahren. Lief alles wunderbar, auch noch keine besoffenen EM-Fans im Zug, das war toll. BFK ist schön braun geworden in Skandinavien und K. der Amerikaner kämpfte mit den Folgen von exzessivem Alkoholkonsum (sprich, er war wirklich kran die letzten zwei Tage. Sowas kann passieren, kenne ich. Der Alkohol scheint das Immunsystem nachhaltig zu schwächen.) Die Heimfahrt verlief ruhig (keine nervigen EM-Fans), der Sonntag auch.

Seither am mehr oder weniger seriösen lernen. Mein Schlaf-Wach-Rhythmus ist schon länger total aus dem Gleichgewicht, aber solange ich mich nicht schlecht dabei fühle, ist das nicht schlimm.

Letzten Donnerstag justine überzeugt, die Diplomausstellung von L. dem Freund aus 10. Schuljahrzeiten zu besuchen. Es war der letzte Tag, also höchste Eisenbahn. Wie sich herausstellte, haben wir auch den Tag der Diplomverleihung erwischt. Was bedeutete:

  • L.s Eltern waren auch da, die beiden habe ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen (L.s Bruder war mal mein Freund, ich hing da also einige Zeit rum :-) )
  • Es gab kostenloses Essen (indische Reisgerichte und Poulet), non-alkoholische Getränke und Eis

Darüber war ich sehr entzückt, Zürich ist ja doch ein teures Pflaster und ich war am verhungern. Für die Diplomoarbeit von L., ein Gesellschaftsspiel, erhalten wir noch eine Privateinführung. Ist auch nötig, die Spielanleitung haben wir nämlich nicht verstanden *lach*.

Was noch? Zwei Wochen noch bis zur grossen Prüfung. Ich versuche, so seriös wie möglich zu leben. Bis dahin kein Alkohol (hab zum Glück auch keine Lust drauf), keine Parties (*schnüff*), viel Obst und Gemüse, regelmässige Mahlzeiten, einmal pro Tag mindestens 30 Min. spazieren gehen (falls das Wetter stimmt).

Und nun sollte ich wirklich langsam ins Bett, muss um 7.30 Uhr wieder aufstehen. Vielleicht gönne ich mir noch 15 Minuten mehr. *ggg*

12. Juni 2008 | Kategorie: lesen, me

10 Tage

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Wenn ich mich früher zum sterben unglücklich gefühlt habe, versuchte ich mich immer mit einem Gedanken aufzumuntern: “In drei Wochen lachst du darüber oder es ist dann zumindest nicht mehr so schlimm.” Mittlerweilen weiss ich, dass in der Regel auch 10 Tage reichen.

Auch um sich wieder als Single zu fühlen. Es ist mir wirklich ein Rätsel, wie Paare eine Fernbeziehung hinkriegen. Und nicht nur wegen den einsamen Nächten.

Vielleicht stecken dahinter ja andere Anforderungen an eine Partnerschaft? Und da reicht es dann, ab und zu auf Skype zu quatschen oder sich Nachrichten auf Facebook zu hinterlassen. Mir reicht das nicht. Mein Freund muss in der Nähe wohnen, und dieses “in der Nähe” dehnt sich im Extremfall auf das andere Ende der Stadt.

Ich bin versucht, meine Ueberlegungen einzuschränken, um niemanden vor den Kopf zu stossen natürlich (arg, ich hasse das an mir, auch wenn Empathie oft als Qualität hingestellt wird, ich finde es eher feige und nervig, immer zu überlegen, wem man jetzt schon wieder auf den Schlips treten könnte) dass Trennung auf Zeit was anderes ist. Aber ist es das wirklich? Die Freundin eines Austauschstudenten ist mit ihrem Freund schon 7 Jahre zusammen und fand es OK, ein Jahr von ihm getrennt zu sein. Ein Jahr? Wäre das OK für mich? Ist es nach 6 Jahren vielleicht sogar ganz angenehm, seinen Partner mal für einige Zeit los zu sein und sich mal wieder auf sich selbst konzentrieren zu können/müssen?

Wenn ich mir solche Sachen überlege, stelle ich immer wieder fest, wie unglaublich verschieden wir alle doch sind. (Und wie unglaublich ähnlich, aber das ist eine andere Sache). Und dass ich eindeutig im richtigen Studium gelandet bin. Was gibt es interessanteres als Menschen?

06. Juni 2008 | Kategorie: me

Koreanische Gerichte

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Gee kommt am Montag auf Besuch und hat sich etwas Koreanisches als Abendessen gewünscht.

Hm. Ich hab noch nie was Koreanisches gekocht, und BFK ist auch nicht da! Hab ihr dann ein einfaches Gericht angeboten, dass BFK oft kocht. (Reis mit Ei und Gim – die Koreanische Variante von Nori, den Seetangblättern, die für Sushi verwendet werden, Beilage gebratener (!) Salat.) Also gleich meinem zur Zeit bei Helsinki weilenden Freund geschrieben und nachgefragt, wie die Sauce heisst, die er für den Salat benutzt. Da ich am Freitag in Zürich bin, kann ich gleich noch einen Abstecher ins Koreanisch/Japanische Restaurant/Lebensmittelshop bei der Bahnhofstrasse machen.

Soeben aber auf eine tolle Website mit vielen Rezepten gestossen. Vielleicht mach ich Bulgogi. Das hab ich im erwähnten K/J R/L gegessen, ist sehr lecker. (Und wird in Korea deswegen gerne den Touristen serviert *g*.)

Wer sich dafür interessiert, hier der Links:
http://www.willi-stengel.de/page8.htm

29. Mai 2008 | Kategorie: me

Vorteil und Nachteil

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Meine Schwester, von Beruf Polygrafin, hat mal erwähnt, dass sie die Texte ihrer Kunden immer durchliesst. Zum einen prüft sie sie auf Rechtschreibefehler, zum anderen interessiert sie der Inhalt. (Sie hat so zum Beispiel gelernt, wie man Oldtimer im Winter richtig lagert.)

Ich war damals sehr erstaunt, weil ich das selten mache. Ich korrigiere höchstens, wenn mal wieder ein Leerzeichen zuviel vor oder nach einem Komma, / oder was auch immer ist.

Bei meinen Studienkolleginnen bin ich dafür bekannt, in einem Buch oder Skript sehr schnell die gewünschte Information zu finden. Das hängt damit zusammen, dass ich Texte oft querlese. Ich suche mir die mich interessierenden Sichtwörter raus und beginne erst dann den entsprechenden Abschnitt zu lesen. Das hat zur Folge, dass ich in der Regel die wichtigen Punkte von etwas weiss, aber nicht sonderlich viel über das “Beigemüse” erzählen kann. Beispiel Wikipedia.

Das fehlende Wissen über die Details hat mich bisher immer gestört. Gerade bin ich dabei, die Vorlesungsnotizen von A. der Mitstudentin in meine Folienausdrucke zu übertragen. Dabei scanne ich die Seite, ob sie Notizen gemacht hat, und übertrage sie dann in meine Folien. Ich lese dabei nur die Notizen, ignoriere den restlichen Inhalt komplett. Was eigentlich doof ist, weil ich so eine weitere Möglichkeit verpasse, mich mit dem Stoff auseinander zu setzen. Andererseits ist es sehr zeitraubend, die Seiten nochmal durchzulesen, und ich möchte im Moment einfach den Ordner vervollständigen, um nächste Woche mit dem Lernen beginnen zu können.

Bisher empfand ich mich immer als… oberflächlich und schluderig wegen dieses Stils. Bis ich in der Gerontopsychologie-Pflichtlektüre etwas interessantes las. Das alte Leute aufgrund des körperlichen Verfalls immer eingeschränkter werden, muss ich glaub nicht gross erklären. Dieser Abbau findet im ganzen Körper statt, das Gehirn wird also – vereinfacht gesagt – ebenfalls langsamer. Nun hat man ein Experiment gemacht, in dem junge und alte Leute einen Tagesablauf planen mussten. Sie mussten verschiedene Aufgaben erfüllen (Freund im Krankenhaus besuchen, ins Kino, Geld fürs Kino abheben, Buch kaufen für kranken Freund, Essen einkaufen…). Zusätzlich bekamen sie eine Stadtkarte, wo alle notwendigen Gebäude, die Distanzen dazwischen etc. eingezeichnet waren. Schliesslich gabs noch ein Blatt mit diversen relevanten und irrelevanten Informationen.

Bei dem Experiment kam heraus, dass alte Menschen und junge Menschen gleich gut bei der Bewältigung abschnitten. Wieso das? Die alten Menschen waren zwar nicht mehr so schnell mit denken, hatten aber Strategien, um dies auszugleichen: Sie konnten sich einfach viel besser auf die relevanten Informationen konzentrieren und blendeten die irrelevanten aus.

Das ist übrigens etwas, was schon bei der Entwicklung im Kindesalter eine wichtige Rolle spielt. Wir müssen lernen, uns auf das Wichtige zu konzentrieren, während wir innere und äussere Ablenkungen unterdrücken (Gedanken, Lärm von draussen etc.).

Fazit: Meine Konzentration auf das Wesentliche mag zwar einen Verlust von vielen Nebeninformationen zur Folge haben, ist aber auch eine Qualität, die mir in vielen Situationen Zeit erspart. Und hoffentlich im hohen Alter noch nützt :-)

28. Mai 2008 | Kategorie: me, studium

Katharsis

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Ich hoffe mal, dieser Eintrag wird seine kathartische Wirkung entfalten, so dass ich mich nachher wieder ausgeglichen und normal fühle.

Bah. Mein aktuelles Lebensthema heisst ja “Bauchgefühl”. Ich versuche darauf zu hören, weil ich in der letzten Zeit feststellen musste, dass ein Ignorieren schlecht für mich ist. In allen möglichen Bereichen, der Tod meiner Katze ist nur einer davon (auch wenn ich den wahrscheinlich nicht hätte verhindern können. Vermutlich hatte sie schon lange ein Nierenleiden, dass durch den Freigang akut wurde. Es war mir schon früher aufgefallen, dass sie sehr viel Wasser trank, was bei Katzen in der Regel ein Alarmsignal ist.)

Mit dem Bauchgefühl ist es wie mit den Migränetabletten: Mal krieg ich es hin, mal nicht.

Gestern hab ich mal wieder phänomenal versagt.

BFK wird die nächsten drei Wochen mit einem Kollegen durch Nordeuropa reisen. Weil einer der spanischen Austauschstudenten in dieser Zeit wieder nach Hause reist, fand gestern eine Abschiedsparty statt.

Ein klares Warnsignal war ja, dass ich rund 30 Minuten zu spät kam. Ich. Ich komme nie zu spät. Wenn die Party um 20 Uhr anfängt, stehe ich um 20 Uhr auf der Türschwelle. Ich bin die verdammte Schweizerische Pünktlichkeit in Person.

Kaum angekommen, wird mir mitgeteilt, dass die Englische Fussballliga ihr Finalspiel hat. Heute. Also gestern. BFK ist ein totaler Fussball- und ein noch grösserer Manchester United-Fan. Ich hasse Fussball.

“Ok”, dachte ich mir, “ich kann mich ja auch mit den anderen Austauschstudenten amüsieren”. Ich wäre besser nach Hause gegangen. Weil statt eine gute Zeit zu haben, fühlte ich mich extrem unwohl. Keine Ahnung wieso, alle waren sehr nett. Die Freundin des kanadischen Austauschstudenten ist im Moment hier, eine sehr reizende junge Frau. Todschicker Haarschnitt, wunderschöne Zähne, breiter Akzent, sehr nett. (Seit meinem Zahnimplantat gucke ich den Leuten immer auf die Zähne. Aber sie ist noch zusätzlich so gebräunt, dass die stark leuchten.) Interessant übrigens: Ihr Vater ist Chinese, ihre Mutter Polin. Zu meinem Erstaunen hat sie nicht die asiatischen Augenform geerbt, dafür aber die dunkle Hautfarbe. Ich dachte schon, sie sei so lange im Solarium oder an der Sonne gewesen.

Am Ende des Abends hatte ich mich vergeblich auf ein paar Stunden Zeit mit BFK gefreut, war wütend auf mich selbst, weil ich nicht einfach nach Hause gegangen war und auf BFK, weil er versuchte, mich aufzumuntern. Ach ja, und dass ich zu faul oder feige war, einfach zu gehen. Und dass BFK dieses verdammte Fussballspiel wichtiger war. Und sowieso und überhaupt.

Entgegen meiner Erwartung bin ich heute morgen immer noch sauer und vor allem sehr enttäuscht. Beziehungen sind scheisse. Weil man ich immer gleich alles so persönlich nehme. Wie machen das bloss die Leute, die das nicht tun? Keine Beziehung haben ist aber auch scheisse. Weils dann keinen Sündenbock für die schlechte Laune gibt *grins*. Ach menno. Ich bin jetzt unheimlich schlecht gelaunt und hab total keine Lust, mich zusammen zu nehmen und wieder gut drauf zu sein. Auch wenn ich weiss, dass das klappt. Mir ist aber eher nach heulen. Bäh. Scheisse. Hätte den Abend weiss Gott mit besseren Beschäftigungen verbringen können: Endlich mal die Serien angucken, die ich aufgenommen habe und bisher keine Zeit für fand. Meine Steuererklärung kontrollieren und zum Versand fertig machen. Ein Review schreiben. Einen Film gucken und ein Review schreiben. Meine Hausaufgaben für Biopsychologie 2 machen. Das Gerontopsychologiebuch weiterlesen. “Reklamationen beim Universum” weiterlesen. Wäsche zusammenlegen. “Fahrenheit” spielen. Daten vom alten auf den neuen Computer überspielen. Filme gucken. Fotos bearbeiten. Artikel in ricardo einstellen.

Nein, langweilig wäre mir bestimmt nicht geworden. Und besser hätte ich mich auch gefühlt. Nächstes Mal dann.

22. Mai 2008 | Kategorie: frustration

Spitznamen weghaben

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Die südkoreanischen Freunde von BFK nennen mich “Heidi”.

14. Mai 2008 | Kategorie: amusement

Lustige Frage

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Mein Vater hat heute Geburtstag. (Dieses Jahr übrigens die gleiche Kombination wie bei seiner Geburt: Pfingsten und Muttertag fallen auf den gleichen Sonntag.)

Ich rufe gerade an wegen den Details zum Essen heute Abend. Er: “Uebrigens, bist du zu zweit?”

Entweder habe ich eine multiple Persönlichkeit, von der ich bisher (natürlich) nichts wusste, oder mein unsichtbarer Freund Charlie ist nun auch für andere sichtbar. (Und natürlich meinte er BFK :-) )

13. Mai 2008 | Kategorie: amusement, me

Saures Klo

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Ich bin ja eigentlich kein Freund von gefährlichen Substanzen im Haushalt. Leider liess sich “Operation Urinstein” nicht anders lösen.

Ich muss allerdings gestehen, als sie mir in der Apotheke die Literflasche mit einer Schwefelsäurenlösung in die Hand drückten und mich in ein Gift-Buch unterschreiben liessen, war ich schon etwas beunruhigt.

Aber das Zeug wirkt!

(Sorry Natur. Ich versuche den Einsatz in Zukunft durch gewissenhafte Klo-Putzaktionen zu verhindern.)

02. Mai 2008 | Kategorie: me

Was danach geschah

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Fangen wir mal ausnahmsweise mit den Geschehnissen nach meiner Rückkehr an. Ich bin heute morgen also widerwillig aus dem Bett gekrochen, weil bei dem “Meis” (=Lärm) aus der Nachbarwohnung niemand mehr schlafen konnte. Hab BFK zurück zur Studentenunterkunft und das Auto meiner Mutter nach Hause gefahren. (Hab ich gerade wirklich “nach Hause” geschrieben? Arg, ist das lästig.)

Dort traf ich überraschenderweise auf meine Schwester, die seid einigen Stunden zurück in der Schweiz und…
verlobt ist! *juhu* Das ist wundervoll! Wir waren schon alle so gespannt, wann er endlich fragt, abzusehen war es ja, und nun ist es endlich passiert. Hilfe, meine Schwester heiratet! (Jetzt muss ich für das Hochzeitsgeschenk und mein Kleid zu sparen beginnen. :-) )

Die weniger gute Nachricht ist, dass meine Lieblingskatze Schnauz gestorben ist. Es hat mich nicht unerwartet getroffen, ich hatte bereits ein komisches Gefühl und damit gerechnet. Trotzdem. Ich möchte in Zukunft nicht nur mein Bauchgefühl spüren, sondern endlich auch danach handeln können. Und ansonsten denke ich jetzt gerade nicht darüber nach, sonst muss ich vor lauter Schuldgefühlen und Wut weinen. Und ich möchte nicht weinen, sondern mich für meine Freunde und über den schönen Benelux-Trip freuen.

Als ich wieder nach Hause kam, lag ein Jahresbericht des Thurgauischen Pädagogischen Irgendwas in meinem Briefkasten. Ich hab das irritiert angestarrt… und dann dort angerufen, um die Leute zu informieren, dass ich die falsche Nicole bin. Zum Glück weiss ich, dass meine Namensvetterin Lehrerin ist und im Thurgau wohnt.

So, und jetzt werde ich erst mal meine Wäsche in den Keller bringen und dann meinen schmerzenden Rücken mit ein wenig liegen verwöhnen. One Piece, The Closer und Ghost Wisperer warten auf mich. Und ein japanisches Essen heute Abend. Reisebericht und Bilder kommen dann morgen oder so. ;-)

21. April 2008 | Kategorie: amusement, dark me, katzen & hamster, me
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