Keine Ahnung was mich gebissen hat, aber diese Woche gab ich verhältnismässig viel Geld für Lebensmittel aus, stand lange in der Küche und habe gut und üppig gegessen.
Angefangen hats mit dem Schweinefleisch süss-sauer am Montag. Eigentlich hatte ich dazu Glasnudeln mit Crevetten und Gemüse geplant, plötzlich schien mir das aber ein wenig übertrieben. Also setzte ich stattdessen einfachen Parfümreis auf. Während der Reis quellte, wagte ich mich an ein Back-Rezept von Horst Lichter. Mein Dad guckt wahnsinnig gerne die lustige Kochshow Lafer!Lichter!Lecker!. Kürzlich war der deutsche Comedien Mirco Nontschew zu Gast, und wir haben uns fast kaputtgelacht. Er hatte so seine eigene Art, den Käsekuchen “Horst” zu mischen. Da ich gebackenen Quarkkuchen gerne mag, druckte ich mir vorsorglich das Rezept aus. (Und stelle fest, dass Ricotta reingehört. Naja, egal.)
Esskritik: Ich mag den Geschmack von Schweinfleisch nicht sonderlich. Süss-sauer ist allerdings schneller zubereitet, als man denken würde. Der Käsekuchen war zwar sehr lecker, ich würde ihm allerdings einen Mürbeteigboden spendieren. Nur die gebackene Ricotta-Masse war mir dann zu wenig.
Die üppige Portion reichte für einige Tage. Als nächstes kaufte ich kleine Aufback-Pariserbrötchen, schnitt die entzwei, bedeckte sie mit Tomate und Mozarella, dekorierte das ganze mit Kapern, Zwiebeln, etwas Olivenöl und Kräutern. Sehr lecker.
Schliesslich machte ich mich an die Glasnudeln mit Crevetten und Gemüse. Ich hatte zwar ein Rezept dafür, habs allerdings stark an meinen Geschmack angepasst.
Am Mittwochnachmittag stand ich in der Küche und bearbeitete das restliche Schweinefleisch. Mit der Idee im Hinterkopf, aus dem Rest einen Eintopf oder Gulasch zu kochen, hatte ich gleich ein halbes Kilo von Migros Budget gekauft. Das nächste Mal kaufe ich wieder TerraSuisse. Am Budgetfleisch hing noch jede Menge Fett und Sehnen, es war eine Heidenarbeit, es zu säubern.
Das Ganze dauerte so lange, dass plötzlich mein Handyalarm losging und mich daran erinnerte, dass ich um 17 Uhr im Cambridge-Center hier in Winterthur sein musste, für den TopTips CAE-Kurs. Der war übrigens ganz OK, wer allerdings den Teacher’s Guide durchgelesen hat – so wie ich – erfährt nicht wirklich viel Neues. Ein paar gute Tipps hab ich trotzdem mitgenommen. Wäre mir nämlich nicht aufgefallen, dass “can’t” als ein Wort zählt, weil man auch “cannot” schreiben kann. Details, Details…
Aber zurück zur Kochaktion. Nach dem Kurs rief ich justine zurück, die versucht hatte, mich zu erreichen. Wie immer war die Frage, was es an unserem Frauenabend zu essen geben soll. Ich erzählte ihr von meinem Plan, mit dem restlichen Schweinefleisch ein Szegediner Gulasch zu kochen. Weder konnte ich in dem Moment den Namen korrekt aussprechen, noch hatte ich das je gekocht. Das Rezept stammt allerdings aus dem TipTopf (hm, irgendwie passend, nach dem Top Tips-Kurs *hihihi*), und dieses Schulkochbuch ist “tubelisicher”, wie wir hier in der Schweiz sagen. Deppensicher also. justine war von der Idee begeistert, und so machte ich mich also gestern Abend ans Werk.
Im Gegensatz zum Käsechuchen, der jede Menge kleiner Zutaten hatte, war das Gulasch einfacher zu kochen: Fleisch andünsten, Zwiebeln und Knoblach dazu, Sauerkraut, Bouillon, Gewürze. 1 1/4 h zugedeckt köcheln lassen, mit etwas Rahm verfeinern, fertig. justine und ich waren begeistert, und Dank ihrem Vorschlag, Weissbrot dazu zu essen, hielt sich aus mein Sodbrennen in Grenzen. Durch das Sauerkraut ist das Gulasch nämlich sehr sauer.
Tja. Morgen bin ich zum Abendessen eingeladen, und für das Wochenende muss ich mir jetzt eindeutig noch etwas überlegen. Weil, in der Küche stehen ist eigentlich ganz entspannend. Allerdings werde ich die nächsten Tage kein Fleisch mehr kaufen, das war jetzt eindeutig genug für eine Woche.
Mal sehen, wie lange diese Kochmotivation noch anhält.
[Nachtrag:] Soviel Bier wie bei mir von Halloween noch rumsteht, müsste ich eigentlich lauter Bierrezepte kochen. Zeug mit Bierteig und so. *g*
