Schlagwort-Archiv: Kunst

Statement des Tages

Ich sehe mir gerne Kunstwerke an, insbesondere Gemälde. Ich mag es, wenn die Sujets und Farben interessant oder gefällig sind. Ich studiere gerne die Maltechnik und sehe mir ein Bild von weiter weg und etwas näher an. Ich muss nicht, ich wiederhole, ICH MUSS NICHT, nur weil ich Psychologie studiere, in jedes Bild was reininterpretieren!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Tag der offenen Tür: 100 Jahre Kunsthaus Zürich

Die Raiffeisen-Maestro-Karte gilt als Museumspass. Leider ist das Kunsthaus Zürich nicht dabei, und 18.- bzw. 12.- Fr. Eintritt ist schon etwas heftig. Aktuell findet eine Ausstellung mit Werken von Van Gogh, Cézanne und Monet statt. Da ich Impressionisten mag, wollte ich in nächster Zeit mal vorbeigehen.

Wie praktisch, dass am Samstag Tag der offenen Tür ist. Das Kunsthaus Zürich feiert 100 Jahre seit seiner Eröffnung. Zu dem Anlass finden auch verschiedene Führungen und Events statt.

Wer also noch nichts vor hat und in der Nähe von Zürich ist: Ab 10 Uhr gehts los.

Museumsnacht Bern 2010

Dieses Jahr waren mein Vater und ich erfolgreicher als 2009. Mein Hals kratzte zwar schon wieder am Montag, doch Dank dem Einsatz von hochdosiertem Vitamin C und grässlichen Lutschtabletten stand unserem Besuch an der Museumsnacht Bern 2010 nichts im Wege.

Mein Vater holte mich um 14 Uhr in Oerlikon beim Psychologischen Institut ab, und bei strahlendem Wetter brausten wir in die Bundeshauptstadt. Weil wir viel zu früh waren, nutzten wir unsere Anwesenheit in einer Grossstadt, mal wieder einen Frappu im Starbucks zu trinken und ein paar Einkäufe zu machen. Ich fand im H&M eine wirklich hübsche Handtasche, mein Vater läuft jetzt beschwingt auf Geox-Schuhen durch die Gegend.

Gut ausgerüstet starteten wir den Abend mit dem mittlerweilen schon traditionellen Moules et Frites-Abendessen bei “Chez Edy“. Anschliessend schlenderten wir am Hotel Bellevue vorbei, wo man einen ganz besonderen Shuttle-Dienst in Anspruch nehmen konnte: Der Oldtimer Club Bern chauffierte die Gäste zwischen dem Hotel und dem Museum Paul Klee hin und her. Wie cool ist das denn?

Leider haben wir diesen Dienst nicht in Anspruch genommen, unter anderem war uns die Schlange schlicht zu lang. Dafür genossen wir das warme, schon fast frühsommerliche Wetter und die tolle Beleuchtung, die wie immer die teilnehmenden Museen kennzeichnete.

Unser erstes Ziel war das Historische Museum, wo ich in der Münzsammlung eine eigene Münze prägen konnte. Eigentlich war das Angebot für Kinder, aber weil gerade keine da waren, hab ich die Gelegenheit genutzt. Sollte ich mal arbeitslos werden, könnte ich mich durchaus als Geldfälscherin durchschlagen. *har har*

Im angrenzenden Flügel lernten wir etwas über die Geschichte von New Bern in den USA. Wiedertäufer und freiwillige Auswanderer waren nach Amerika deportiert worden und hatten dort diese Stadt gegründet. Zwischenzeitlich war sie mal von Indianern zerstört und anschliessend wieder aufgebaut worden. In der Stadt sind noch heute überall Bären und Strassen mit alten Schweiznamen zu sehen. Die Flagge ist das Berner Wappen. Später wurde dann Pepsi in New Bern erfunden. 2010 feiert die Stadt nun ihr 300-jähriges Bestehen. *g*

Mehr zufällig hetzten wir um das Historische Museum herum und lauschten “Feuerorgel und andere Rohre”. Eine sehr beeindruckende Darbietung. Lange Metallrohre wurden mit Gas gefüllt und dieses entzündet. Es entstanden dumpfe, monotone Töne. Dazu wurde soweit ich erkennen konnte Trompete und Saxophon gespielt. Eine geradezu hypnotische Stimmung herrschte, und die Zuschauer lauschten der fast 20-minütigen Darbietung andächtig.

Anschliessend machten wir uns auf in die Kunsthalle, wo die Celtic Folk-Gruppe An Lár ein 40-minütiges Konzert inmitten eines Konstrukts gab. Das Konstrukt ist das aktuell ausgestellte Kunstwerk, eine Konstruktion aus Holzbalken, die zum Teil die Wände durchbricht und nicht so ganz in die bestehende Struktur des Hauses zu passen mag. Moderne Künstler haben es übrigens gut: Die können einfach was produzieren, und irgendein kluger Kunstkenner wird dann eine total wichtig klingende Erklärung für Banausen wie mich schreiben. In Englisch natürlich! *lach* Aber das Konstrukt hat mir gefallen, ehrlich, und das Konzert passte wunderbar rein. Verspielte Melodien zwischen strengen Formen. (Ich bin ja immer noch traumatisiert von meinem ersten Besuch vor vielen Jahren, als in der Kunsthalle eine lange Schnur zwischen zwei Halterungen aufgespannt war. Es handelte sich dabei um zusammengeknüpfte Sch-amhaare! *uarg*)

Weil wir eh schon in der Gegend waren, guckten wir noch kurz in der Schweizerischen Nationalbibliothek rein, wo eine Modelleisenbahn vorgeführt werden sollte. Leider hat uns die Anlage ziemlich enttäuscht, war sie doch nie und nimmer so aufwändig wie die Modelleisenbahnanlage meines Vaters.

Das Museum für Kommunikation war uns ans Herz gelegt worden, würde aber einen eigenen Besuch erfordern, wie wir schnell feststellten.

Also schleppte mich mein Vater zurück durch die Stadt zum Kornhausforum, wo eine Pecha Kucha Night stattfand.

Pecha Kucha (sprich: petscha-kutscha, jap. “wirres Geplauder, Stimmengewirr”) ist eine Vortragstechnik, bei der zu einem mündlichen Vortrag passende Bilder (Folien) an eine Wand projiziert werden. Die Anzahl der Bilder ist dabei mit 20 Stück ebenso vorgegeben wie die 20-sekündige Dauer der Projektionszeit je Bild. Die Gesamtdauer des Vortrags beträgt damit 6 Minuten 40 Sekunden. In Pecha Kucha Nights (PKN) folgen mehrere dieser Vorträge (meist etwa 14) hintereinander. Die Themen liegen meist im Bereich Design, Kunst, Mode und Architektur.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pecha_Kucha

Nun ja. Der erste Vortragende tauchte erst nach der Hälfte seiner Bilder auf und wirkte etwas neben der Spur. Die weiteren Vorträge pendelten von superlangweilig über lustig bis zu sehr spannend. Mein Vater bezeichnete das Pecha Kucha als “Jekami”, also “Jeder kann mitmachen”. Ich hatte mit etwas im Stil von Poetry Slam gerechnet. Doch wo man sich dort noch Mühe geben muss, weil man sonst nicht in die nächste Runde kommt, ist Pecha Kucha wirklich nur ein wirres Geplapper, an das man keinerlei Ansprüche haben darf. Tut nicht weh, aber scheint mir auch ziemlich sinnlos zu sein.

Wir harrten brav 45 Minuten aus und anschliessend konnte ich meinen Vater mühelos überreden, vorzeitig aufzugeben und noch vor Mitternacht schlafen zu gehen.

Schee wars. Und für meinen nächsten Bernbesuch sind schon ein paar Museen vorgemerkt. :-)

Was fürs Auge

Ein paar deviantART-Tipps, bevor ich weiterlerne.

immanuel kreiert eine Fotoserie mit komplett schwarz gekleideten Menschen auf schwarzen Grund. Durch die gezielte Ausleuchtung ist trotz den reduzierten Farben (*g*) viel Dynamik in den Bildern. Die Kostüme, die an die Na*zi-Zeit oder kafkaeske Geschichten erinnern, jagen einem durch ihre Strenge einen Schauer über den Rücken.
Spezialtipp: The Horse

Imaginism Studios: Bobby Chiu and Kei Acedera sind professionelle Illustratoren/Designer und kreieren Charakteren fürs Kino, TV und Bücher. Aktuell veröffentlichen sie diverse “Alice im Wunderland”-Bilder, da sie die Vorlagen für das endgültige Charakterdesign des Filmes lieferten. Ihre Spezialität sind herzige Monster.
Spezialtipp: Blue Tongue

bri-chan ist auch total Dis*ney, allerdings auf die niedliche Art. Ihre Liebesgeschichten zwischen Alice und dem Hatter sind zum Schreien komisch.
Spezialtipp: smile for the camera
(Das gibts auch in echt :-))

Einige interessante Links

Ich miste gerade meine Bookmarks aus. Hier ein paar sehr unterschiedliche Links.

10 Fascinating Art Installations
Am besten gefallen mir das Nest und Lerner’s Traffic Flow Panels.

Do the right thing. Even if it’s a nightmare.
Am Beispiel von Gordon Ramsey (schottischer Spitzenkoch, der vor dem Konkurs stehenden Restaurants wieder auf die Sprünge hilft, Vorbild für die deutschen Kochprofis) zeigt der Management Berater Pete Monfre auf, warum es für Berater wichtig ist, nicht nur “Ja” zu sagen. Der Kunde will Resultate sehen, daher muss er mit der Wahrheit konfrontiert werden. So unangenehm die sein mag, für den Kunden und erst recht für den Berater.

Limbo of the Lost Wiki
Ein Fall von Game-Plagiatismus, der seinesgleichen sucht. Die “Entwickler” hatten so gut wie jedes Detail aus anderen Spielen geklaut. Die grosse, unbeantwortete Frage bis heute: Glaubten die wirklich, damit durch zu kommen?

Etienne Dumont – Extreme Body Modifications
Ganz schlimm finde ich die Plexiglasscheibe über seinen Zähnen.

Blumen Strub – Planung von Gefässen im Innenbereich
Für alle, die schon als Kinder gerne diese Karton-Puppen eingekleidet haben. Mein Favorit ist der Badezimmerhintergrund. *hahaha*

Spiegel Online: Kann denn Saugen Sünde sein?
Eine sehr wohlwollende Kritik der Vampierserie True Blood, der Verfilmung der Sookie Stackhouse-Bücher.

Linktipp: Banksy

Die Website des britischen Strassenkünstlers zeigt einige seiner Indoo-, Outdoor-, Zeichen- und Film-Werke. Insbesondere der Film mit dem nervösen Raubtier in seinem Käfig ist der Hammer.

http://www.banksy.co.uk

Auf Wikipedia gibts weitere Links zu seinen Arbeiten.

Am Tösszentrum gibt es übrigens ein Schablonen-Graffiti, dass mich an seinen Stil erinnert.

Wenn wir übrigens gerade bei spezieller Kunst sind, möchte ich mal wieder auf Peter Callesen hinweisen. Bei ihm werden Scherenschnitte sexy.

Fondation Beyeler

Gestern ergriffen mein Vater und ich die Gelegenheit (beide Urlaub, ermässigte Preise), die Venedig-Ausstellung in der Fondation Beyeler zu besuchen. Mein Vater ist ein grosser Canaletto-Fan und wollte sich dieses Ereigniss nicht entgehen lassen. Ich kann mit dem Künstler nicht so viel anfangen, die Bilder sind schön aber… naja, irgendwie zu statisch für meinen Geschmack. Weil ich eigentlich schon seit Weihnachten endlich mal einen ruhigen Tag in meinen eigenen vier Wänden verbringen wollte, ging ich mit weniger Enthusiasmus mit, als ich normalerweise für Kunstmuseen aufbringe. Nur die Abmachung, nach der Fondation auch das Basler Kunstmuseum zu besuchen, motivierte mich, schliesslich hatte ich das letzte Mal nicht ausreichend Zeit, alle Gemälde zu sehen.

Irgendwie hatten wir wohl einen Vollmondtag erwischt. Um 4 Uhr weckte mich eine quälende Migräne, der Hangover zog sich noch einige Stunden hin. Das Parkhaus gegenüber der Fondation war pumpenvoll. Wir fanden aber mit etwas Geduld eine Parkplatz. Bei der Fondation mussten wir allerdings feststellen, dass auch ein paar andere Leute auf die Idee kamen, die guten Bedingungen zu nutzen.

Entmutigt durch die lange Schlange beschlossen wir, erst das Kunstmuseum zu besuchen. Dieses war nur leider geschlossen. Ich Dödel hatte vergessen, dass Montag normalerweise Museumssonntag ist. (Ausser bei der neuen Pinakotheke in München, die ist Dienstags geschlossen, wie wir bei unserem Besuch in München im September enttäuscht feststellen mussten.) Angenervt gingen wir erst mal etwas essen.

Zurück bei der Fondation war die Schlange deutlich kürzer. Nur das Gebäude selbst quoll fast vor BesucherInnen über. Ich kann es nicht ausstehen, wenn überall Bewegung ist und man nicht in Ruhe vor den Bildern stehen bleiben kann. Museen müssen für mich leer und friedlich sein. Trotzdem vermochte mich die Ausstellung zu begeistern.

Zu meiner Ueberraschung sie sehr abwechslungsreich. Besonders die Aquarelle von John Singer Sargent (Google Bilder Suche-Link) haben es mir angetan. Wie er mit wenigen Pinselstrichen, kräftigen Farben und viel freier Fläche das Licht und das Wasser einfing ist sensationell. Schade, dass von seinen Bildern nur eines als Poster erhältlich war.

Das Gebäude selbst gefiel mir auch sehr gut, die klaren Linien der Fondation und der Park bilden eine harmonische Einheit. Der sonnige Tag unterstützte die friedliche Ausstrahlung.

Für alle, die nun Lust bekommen haben, sich auch nach Riehen zu verirren: Die Ausstellung wurde bis zum 15. Februar verlängert. Montag von 10-18 Uhr und Mittwoch 17-20 Uhr ist der Eintrittspreis ermässigt, leider ist der Museumspass (und somit die Raiffeisen Maestro-Karte) nicht gültig und evtl. mit vielen BesucherInnen zu rechnen. Ich denke aber, Kunstfans bekommen für ihr Geld genügend geboten.