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Ein alter Bekannter, der mich doppelt überraschte

Es gab mal eine Zeit in meiner dunklen Vergangenheit, als ich tatsächlich Beverly Hills 90210 geguckt habe. Das Original mit dem nervigen Softi Jason Priestley.

Dann taucht er in meinem Serien-Geheimtipp Haven wieder auf. Vom knallbunten Beverly Hills ins triste Haven.

Und ich mag ihn! Obwohl sein Charakter Chris Brody so richtig griesgrämig ist. Der lustigste Stinkstiefel seit langem. Schon blöd, wenn man auf alle Menschen die Wirkung hat, dass sie einen sofort lieben, sie aber nicht zurücklieben. *hahaha*

Sehempfehlung: Haven.
Für Mystery- und Stephen King-Fans. Man muss sich auf die Figuren einlassen, aber sie wachsen einem irgendwann unbemerkt ans Herz. :-)

Vorher und nachher

Seit Montag sind wieder Vorlesungen. Dieses Semester ist der Stundenplan eher suboptimal. Und die erste Woche ist wie erwartet sehr anstrengend.

Am Montag war ich nach meinem Seminar von 16-18 Uhr noch im FAPS-Büro. Eigentlich wollte ich nur kurz nach dem Rechten sehen, blieb dann aber beim Psychoparty-Meeting hängen… bis 22 Uhr.

Am Dienstag fand nach sechs Stunden Non-Stop Veranstaltungen und einer zweistündigen Pause eine Vorbesprechung für das Nebenfachmodul statt, dass an vier Samstagen als Blockveranstaltung stattfindet. Ich bekam den gewünschten Vortrag und ein schlechtes Gewissen, dass ich eine schwächere Person so manipuliert habe, dass sie mir das Thema “Lukasbilder” überliess. Ist also doch noch nicht Hopfen und Schmalz verloren, ich BIN ein guter Mensch. Und kam um 21 Uhr nach Hause.

Mittwoch bekam ich um 9.05 Uhr ein unangenehmes Telefonat, jemand war nicht zu seinem Job aufgetaucht. Statt einkaufen zu gehen musste ich erst mal rumtelefonieren und mich aufregen. Hatte dann eine ziemliche Hetzerei, von 14-16 Uhr Vorlesung, zwei Stunden Pause und endlich mal wieder Krav Maga-Training. Nach drei Wochen Pause war ich etwas besorgt, am Mittwoch macht unser Trainer normalerweise vor allem Kraft- und Ausdauertraining. Diesmal überraschte er mich mit über einer Stunde Techniktraining. Und ich beschloss, weiterzumachen. (Ich muss das Training selber bezahlen, und sagen wir so: Es ist nicht ganz billig.)

Heute etwas ruhiger, arbeiten. Die erste Nacht seit längerem, dass ich wirklich gut geschlafen habe. War trotzdem sehr müde und spät dran. Bin dafür früher gegangen. Eigentlich habe ich nicht vor, dieses Semester die Methodenvorlesung zu besuchen. Ich muss das Fach wiederholen und lerne Statistik meist besser für mich alleine. Die Einführungsvorlesung wollte ich dann doch nicht verpassen und die Dozentin ist meine Nachhilfelehrerin vom letzten Semester. Hab mich sehr nett mit ihr unterhalten, vielleicht geh ich nun am Donnerstag doch. Später Besuch von Justine. Wir hatten uns schon länger nicht mehr gesehen und viel zu erzählen.

Bemerkenswert: Während ich mich letzte Woche noch durch zwei Staffeln Warehouse 13 durchgeglotzt habe, beschränkt sich der Fernsehkonsum diese Woche auf wenige Minuten… für die bisherige Woche! Und ich weilte vor Mitternacht (sogar mal um 22 Uhr) im Land der Träume, die letzte Zeit konnte ich nie vor ein Uhr Nachts schlafen.

Soll mal einer sagen, studieren sei nicht gesund! (OK, der Stress müsste nicht sein, schlecht fürs Immunsystem, aber schlafen, das kann ich jetzt wieder. *ggg* Und das ist auch das Stichwort:) Gute Nacht

Premiere

Es guets Neus!

Mein neues Jahr begann mit einer Premiere: Ich lernte heute im FAPS-Büro.

Meine FAPS-Kollegin D. macht das schon länger. Ich hatte bisher viel Erfolg mit zu Hause lernen. 7.15 Uhr aufstehen, ab 8 Uhr im 45 Minuten-Takt lernen, sehr angenehm.

Diesen Winter bin ich jedoch aus verschiedenen Gründen abgelenkt und nervös. Statt zu lernen guckte ich endlos Serien und quälte mich darum auch mit täglichen Kopfschmerzen oder gar Migräneattacken. Als ich heute wieder bis Mittag im Bett lag, war klar, etwas musste sich ändern. Also wollte ich dem Lernen in einer anderen Umgebung (weit weg von meinem Fernseher) eine Chance geben.

Was soll ich sagen? Bin gerade erst nach Hause gekommen. Der Tag war easy. Zwischendurch haben D. und ich auch mal länger geplaudert, Pläne für eine Büroverbesserung geschmiedet und mit meiner Studienkollegin S. ging ich fast eine Stunde telefonisch die Folien des einen Faches nochmal durch. So um acht gab es ein kleines Abendessen aus Maggi-Instant-Nudeln und einem Salat. Um zehn bestiegen wir den Zug Richtung Winterthur. Hat mir gut gefallen, ich konnte sehr viel erledigen (im Vergleich zu den letzten Tagen) und werde also auch den Sonntag in Oerlikon verbringen. Am Bahnhof kamen mir schick angezogenen Mädels entgegen, da fiel mir erst auf, dass gerade Samstagabend, also Ausgangszeit, ist. *lach*

Da ich nach den Prüfungen am 3. Januar noch zwei Tage Urlaub habe, werde ich die nutzen, gleich noch im Büro mein Essay zu schreiben. Und im Januar öfters dort auftauchen, um mich auf die Statistiknachhilfe Ende Monat vorzubereiten. Kann nicht schaden, mehr Zeit im Büro zu verbringen, schliesslich werde ich ja im Frühling Präsi des Vereins. :-) War ein guter erster Tag vom 2011. 364 to go. :-)

Crush des Monats

Ich neige ja dazu, für Darsteller meiner aktuellen Lieblingsserien und -filme einen Crush zu entwickeln. (to have a crush on someone = in jemanden verknallt sein. Auf Deutsch tönts einfach nicht so cool. Eher so nach kleinem Schulmädchen. *hihi*)

Nach Damian Lewis aus “Life” (ja, ich habe eine Schwäche für attraktive Rotschöpfe) und Brian Austin Green aus “TTSCC” (dem Mann sollte gesetzlich verboten werden, sich kürzer als bis zum Dreitagebart zu rasieren) folgt Gerard Butler.

Leider macht der Kerl mehrheitlich schnulzige Liebesfilme oder sonstwie komisches Zeug. In “Gesetz der Rache” kam er wirklich cool rüber, mehr davon, bitte! Vor einiger Zeit bin ich über “Gamer” gestolpert. Der Film kommt natürlich nicht ohne den üblichen “die Hauptperson war mal ein liebender Vater, der sein Kind und seine Frau vergöttert hat”-Teil aus (kein Wunder, dass ihm die Frauen die Tür einrennen. Da fangen sogar bei mir die Hormone an zu reagieren, und ich will bekanntlich keine Kinder), aber als Entschädigung gibts jede Menge Szenen, wo er den harten Krieger raushängen darf.

Ganz aktuell guck ich mir gerne Chris Vance an. Kennengelernt als “black ops sociopath” in Burn Notice hab ich mich sofort in sein wunderschönes Englisch und sein tolles Lächeln verknallt. Die Serie Mental als eine Dr. House-Variation mit ihm in der Hauptrolle des Psychiaters Jack Gallagher wurde darum sofort geguckt. Leider vermag sie nicht ganz die Erwartungen zu erfüllen. Sein Charakter wird zunehmend… depressiver? abgelenkter?… und quittiert zum Schluss sogar seinen Job. Hm. Naja. In Burn Notice machen seine Auftritte auf jeden Fall viel Spass, auch wegen den homoerotischen Schwingungen gegen Michael Westen, den er auch gerne mal zum Geschäftsmeeting im Jaccuzzi einlädt. *hihihi* Und wie gesagt, sein Englisch ist einfach göttlich.

Vielleicht sollte ich eine Kategorie hierzu einrichten. *hmmm*

Amerikanische Celebrity-Blogger

Ich lese regelmässig “The Superficial” und folge da ab und zu den Links zu anderen Blogs. Mir ist dabei aufgefallen, dass die amerikanischen Blogger einen richtig fiesen Humor haben.

Charlize Theron und Keanu Reeves wurden wartend und rumturtelnd vor einem Restaurant gesehen:

At one point while they were waiting for their cars, Charlize slipped her hand in Keanu’s jacket. Oh, I’m sure bitch was just trying to steal his wallet or snatch his last joint. It doesn’t mean anything.
Quelle: http://dlisted.com/node/37135

Und kürzlich gelesen:

Scary is exactly why television execs at Fox Broadcasting admit that they’ve actually had to recruit from as far away as Australia and Britain, in order to find more “natural” looking actors. “I think everyone either looks like a drag queen or stripper,” Marcia Shulman, who oversees casting for Fox’s scripted shows, told the New York Times, in a major feature on plastic surgery backlash on April 27th.
Quelle: http://www.hollywoodlife.com

DAS ist mir bei den jüngeren Schauspielerinnen auch schon länger aufgefallen. Die älteren sehen einfach nur noch aus wie schöne Statuen. Meine Namensvetterin Nicole Kidman zum Beispiel. Nett anzuschauen, aber Emotionen kann sie mit ihrem Botoxgesicht wirklich keine mehr rüberbringen.

Botox ist übrigens auch für Männer ein Problem. Obwohl ich die Serie supergerne mag, irritiert mich Jeffrey Donovan in “Burn Notice” extrem. Sein Gesicht sieht definitiv nach einem üblen Facelift und zu viel Botox aus. Als ich ihn dann endlich mal die Stirn runzeln sah, bin ich spontan in lauten Jubel ausgebrochen.

In Treatment oder: Was geschieht eigentlich in einer Psychotherapie?

Herr Kopp-Wichmann empfiehlt in seinem Blog unter dem Untertitel “Was geschieht eigentlich in einer Psychotherapie?” die Serie “In Treatment” und ich stelle gerade fest: Merlins Pants, ich hab gar nie richtig darüber geschrieben. Ich kann die Serie nämlich auch empfehlen. Es gibt einen wirklich guten Einblick, wie eine Therapie ablaufen kann.

Die Serie lief letzten Sommer im Schweizer Fernsehen. So wie es gedacht war, jeden Abend um 22 Uhr eine Folge. Die Serie verfolgt über ca. 8,5 Wochen sechs Klienten des Gesprächstherapeuten Paul Weston (sexy wie immer: Gabriel Byrne).

  • Montags kommt die Ärztin Laura (Melissa George, kennt man vielleicht aus Grey’s Anatomy). Sie ist ungefähr Mitte Dreissig, schon länger bei Paul in Behandlung und hat in dieser Zeit starke Gefühle für ihn entwickelt. In der ersten Folge platzt sie damit heraus, dass sie in ihn verliebt sei und mit ihm schlafen will.
  • Dienstag erscheint der Navy-Pilot Alex (Blair Underwood), der in Afganistan (oder so, ist schon einige Zeit her) ein Dorf bombadiert hat. Er gibt sich normal und dynamisch, doch im Verlauf der Serie wird klar, dass dieses Ereignis ihn tiefer beschäftigt als erwartet.
  • Mittwoch ist der Tag der jungen Turnerin Sophie (Mia Wasikowska). Sie ist noch ein Teenager und bereitet sich auf Olympia vor. Bei einem Fahrradunfall brach sie sich jedoch beide Hände. Weil Sophie freihändig und mit geschlossenen Augen gefahren war, steht der Verdacht im Raum, es handle sich bei dem Umfall um einen Selbstmordversuch.
  • Donnerstags kommen – oder auch nicht – Amy (Embeth Davidtz) und Jake (Josh Charles). Amy ist eine erfolgreiche Frau (Beruf vergessen), Jake ein erfolgloser Künstler. Die beiden haben bereits einen Sohn und die vergangenen fünf Jahre versucht, wieder schwanger zu werden. Nun hat es endlich eingeschlagen und Amy will das Kind abtreiben.
  • Am Freitag sucht Paul seine alte Kollegin und Mentorin Gina (überwältigend: Dianne Wiest) auf, denn er erwiedert die Gefühle seiner Montagspatientin Laura, was zu starken Spannungen in seiner Ehe führt.

Die Serie bietet also eine Vielfalt an Fällen. Die berühmte Übertragung, verdrängte aber stark nachwirkende Erlebnisse aus der Kindheit und Jugend, das schwierige Thema des Suizid, Paartherapie und Supervision.

Mich hat ein wenig gestört, dass Paul seine Therapiestunden in einem separaten Zimmer seines Hauses abhält. Es ist ziemlich vollgestopft und stark dekoriert. Ich schätze mal, die meisten Therapeuten in der Schweiz werden spärlicher eingerichtete Therapieräume haben. Gesprächstherapeuten wie Paul bevorzugen übrigens bequeme Sessel statt Sofas. Ich würde mich auf so einem grossen Möbelstück nicht wirklich wohl fühlen.

Die Therapiesituationen selbst sind sehr schön dargestellt. Das ständige Nachfragen kann einen verrückt machen, aber genau so läuft es ab. Der Therapeut kann keine Ratschläge oder Anweisungen geben, er leitet den Klienten lediglich an, die beste Entscheidung für sich selbst zu finden. Das ist oft nervtötend und unangenehm und mit vielen negativen Gefühlen gegen den Therapeuten verbunden.
Auch die Einhaltung der Stunde entspricht der Realität. Man nennt das “Setting”: Ein bestimmter, geschützter Rahmen. Ein Raum, klare Rollen (ich Patient/Klient, du Therapeut), eine begrenzte Zeit in regelmässigen Abständen. All diese “Regelungen” ermöglichen es dem Klienten, offen sprechen zu können, ohne Angst haben oder sich schämen zu müssen.
Das Psychoanalytische Setting mit Couch und dem Therapeuten am Kopfende sitzend ist sicher das bekannteste.

So spannend die Therapiestunden mit seinen Klienten waren, wirklich interessante Einblicke boten mir Pauls eigene Freitagssitzungen. Als ich die Serie entdeckte, war ich mir schon länger nicht mehr sicher, ob mein Ziel nach dem Studium wirklich eine Therapeutenausbildung sein würde. Doch als ich Paul über die Wochen so zusah, verstand ich, dass man kein perfekter Mensch sein muss, um ein guter Therapeut zu werden. Paul ist nämlich alles andere als perfekt. Vermutlich wegen den bereits bestehenden Spannungen in seiner Ehe ist er nicht fähig, Lauras Avancen zu widerstehen. In seinen eigenen Supervisionsstunden gerät er aus dem Häuschen und verliert die Fassung. Dort verheimlicht er Informationen oder reagiert irrational. Immer wieder verweist er auf Ginas Fehler der Vergangenheit (die erst in der letzten Episode offen gelegt werden), beschuldigt seine Mentorin und greift sie an.

Im Verlauf der Serie wird klar, dass Paul eine Pause bräuchte. Dass er seine Fälle zu persönlich nimmt und darum Fehler zu machen beginnt. Das ist schmerzhaft zu sehen, aber auch lehrreich. Ich fragte mich, wie es wohl wäre, die Serie den Wochentagen folgend an zu sehen. Also alle Montagfolgen, dann alle Dienstagfolgen etc. Die Klienten kriegen ja nichts von Pauls Privatleben mit, die sind nur plötzlich mit einem Therapeuten konfrontiert, der sein Temperament nicht mehr im Griff hat. Am Ende kämen dann die Freitagsfolgen mit der Auflösung, was eigentlich mit dem Kerl los ist.

Mir hat die Serie gut gefallen. Sie zeigt sehr realistisch, wie Therapiestunden ablaufen, was vielleicht dem einen oder der anderen die Angst nimmt und den Entschluss zu einer Therapie erleichtert. Sie zeigt, dass selbst der beste Therapeut keinen Selbstmord verhindern kann (nein, nicht Sophie) und Ehepaare leider oft erst so spät in Paartherapie gehen, dass sie nur noch zu einer friedlichen Scheidung begleitet werden können. Und sie zeigt auch, dass Menschen sich weiterentwickeln und Sachen aus der Kindheit überwinden können.
Bin gespannt, wie es in der zweiten Staffel weitergeht.

Herr Kopp-Wichmann hat in seinem Beitrag einen YouTube-Beitrag verlinkt, um einen Einblick in die erste Folge zu geben. Ich möchte vom gleichen Mitglied einen Beitrag verlinken, weil ControlMastery diverse “In Treatment”-Folgen aus professionell-therapeutischer Sicht kommentiert: Was Paul richtig/falsch gemacht hat, was die Patienten genau machen etc. Superspannend (und Englisch, sorry). Besser erst angucken, wenn man die Serie schon gesehen hat. ;-)