29.07.2003

Dienstag...

Tablettenrausch

Ich gehe die Strasse entlang. Jeden Tag den gleichen Weg. Hart trifft mein Schuh aufs Pflaster. Der Himmel ist bewölkt. Oder scheint die Sonne durch? Soweiso alles zu helle. Jeder Schritt ein Klacken. Plötzlich bleibt mein Absatz stecken. Ich stelle mir vor, wie der Asphalt weich wie Wachs ist. Langsam saugt er meinen Absatz ein. Meinen Fuss. Meine Arme hängen kraftlos am Körper und schon sind sie eingeschlossen von der schwarzen Masse. Mein Kopf versinkt im Teer und mit einem letzten Schmatzen schliesst er sich über meinem Kopf. Alles ist dunkel und die Welt weiss nichts von mir...

Stunden vorher: Es muss doch endlich aufhören! Schon zwei Tabletten. Schon drei. Wieso hört es auch nach der vierten nicht auf? Ich hab doch was vor heute Abend. Keine Chance. Körper ist ausgelaugt. Wo bin ich?

Schon ist die Kreuzung da. Ueberqueren ist das Ziel. Auto. Gucken. Rechts. Links. Rechts. Auto. Ja. Nein. Gehen. Achtung. Auto. Halt. Stehenbleiben. Weitergehen. Rechts. Links. Wo kommt denn das Auto her?

Plump fällt mein Hintern auf die Sitzbank an der Bushaltestelle. Jeder Gedanke erlischt. Gegenüber fährt die Gegenlinie gerade ab. Jemand raucht. Die Frau neben mir hat Schulbücher in ihrer Tasche. Mein Kopf bewegt sich, obwohl ich verkrampft dasitze.

Schlaf. Es wird mir nie mehr gelingen, einzuschlafen. Nie mehr werde ich Schlaf finden. Ich werde nie mehr schlafen können. Ich bin so müde. Mein Kopf ist nun leer. Irgendwas bewegt sich immer noch an mir. Irgendwie fühle ich mich....

Stunden später. Der Fernseher wirft blaues Licht durch das Fenster. Ich schlafe noch und sehe mir gleichzeitig eine Serie an.

Tippen. Tippen. Wieso treffen meine Finger die Tasten nicht? Viva spielt genau die richtige Musik. Vielleicht schlafe ich ja vor meinem Laptop ein.

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