![]() neues jahr, neues glück flüsterstimme in blauem fleisch
So, jetzt gehts mir besser. Hab heute wieder mal bis 14 Uhr geschlafen, daran bin ich von Mazedonien her gewöhnt *g*. Aber zuerst zu meinen guten Vorsätzen für das neue Jahr:
Ankunft in Skopje, eine lange Fahrt ins Hinterland von Mazedonien. Wir wohnen in Tornovo, den Namen werde ich mir erst bei der Rückreise merken können. Das Haus der Grossmutter ist erstaunlich gross. Es wird mit Holzöfen geheizt. Ich erzähle justine, dass Sophie Täuber-Arp, die Frau auf der schweizerischen 50er Note gestorben ist, weil sie den Abzug nicht geöffnet hat. Sie glaubt mir nicht. Hausbesichtigung. Das Plumpsklo ist ca. 8 Meter vom Haus entfernt. In der Nacht getraue ich mich da nicht hin und benutze fortan den Garten als Klostelle. Abend kommt Besuch, wir gehen spät ins Bett. Tag 2, 27. Dezember: Wir gehen abends in den Ausgang. Sieht wie folgt aus: Die Frauen machen sich sehr schick, möglichst kurze Röcke und viel Haut. Das bei eisigen Minustemperaturen! (Ich war angemessen angezogen) Wir trinken und tanzen auf den Stühlen. Irgendwann kommen grosse Fleischplatten, wir essen. Einem unserer Begleiter wird schlecht. Um 2 Uhr müssen wir zurück. Zu meiner Freude *hihi*. Tag 3, 28. Dezember: Wieso bin ich in Mazedonien gelandet? justines Nachbarin aus Zug ist von dort. Ihr Name ist Sonja. Ich fuhr mit ihr ins nächste grössere Städtchen, Strumica (sprich: Strumiza) Abends fahren wir zu ihren Eltern. Der Vater hatte ein Schwein geschlachtet und wir assen uns durch die einzelnen Körperteile. In der Küche liegen verschiedene Innereien. Aus einem Becken starrt mich ein Auge des Schweines an. justine und ich sitzen den ganzen Abend vor dem heissen Holzofen. Durch die Tür kommt kalte Luft herein, weil alle Anwesenden ausser mir rauchen. Ich hab übrigens noch nie ein Volk erlebt, das so viel raucht! Durch den Durchzug erkälte ich mich. Tag 4, 29. Dezember: Ich schlafe den ganzen Tag. Die Grossmutter kommt öfters ins Zimmer, wie mir erzählt wird. Sie legt mir die Hand auf die Stirn und will einen Arzt holen. Ich bekomme das nicht mit, schlafe wie ein Komapatient. In der Nacht erwacht justine, weil sie Rauch riecht. Sie erzählte mir, man habe die Hand nicht mehr vor Augen gesehen. Alles voller dichtem Rauch. Sie glaubt mir nun die Geschichte von Sophie Täuber-Arp. Tag 5, 30. Dezember, Montag: Ich bin rekonvaleszent. (eines meiner Lieblingsworte *har har*) Esse viel. Weil ich die ganze Woche nie mehr als 10 Meter laufen musste, stellt mein Darm seine normale Tätigkeit ein. Tag 6, 31. Dezember: Wir Frauen machen uns schick. Wir haben uns alle in Strumiza schöne Kleider gekauft. Das von justine ist schwarz, hat Spaghettiträger mit Strassschnalle. Schwarzer Stoff vor der Brust, ich glaube, man nennt sowas Balkon. Sonja trägt ein heisses Tigermusterkleid. Meines ist rot, besteht aus einer Art Overall mit einem angenähten Tuch um die Beine. Von mir aus gesehen links wird das Tuch mit einem Zierhaken zusammengehalten. Wir gehen in ein Restaurant, wo viele andere schön feiern. Es gibt viel zu essen, justine und ich tanzen den mazedonischen Volkstanz mit. Tag 7, 1. Januar: Alle schlafen lange aus Tag 8, 2. Januar: Wir besuchen eine Schulfreundin von Sonja in den Bergen. Machen die Nacht durch, um am... Tag 9, 3. Januar: ...um 4 Uhr morgens nicht totmüde zu sein. Der Schwiegervater von Sonja fährt uns nach Skopje. Der Flug hat 2 Stunden Verspätung, das merken wir allerdings gar nicht. Bin froh, wieder zu Hause zu sein, normale Klos, duschen so lange ich will und und und. Am Abend schickt mir eine Freundin ein SMS, ob ich Lust habe, irgendwo was essen zu gehen. Ich hatte gerade voller Vergnügen zwei Wienerli und eine riesen Portion Rösti verdrückt. Endlich wieder Beilagen! In Mazedonien gab es meist nur Fleisch ohne was dazu. Ich mache im Santa Lucia beim Bahnhof ab. Und bin erstaunt, wie wunderbar das Essen dort ist. Wir wechseln dann ins Gwölb und reden bis halb 2 Uhr morgens. Ich bin müde, meine Augen fallen fast zu. Trotzdem kehre ich auf dem Heimweg nochmal um und gehe zurück ins Albani. Ah, wieder normale Musik, normale Leute, die ich verstehe, Leute, die ich kenne. Hab es sehr genossen. Mittlerweilen mag ich mazedonische Musik. Es wird mit Schlagzeug, Klarinette, Saxophon und Zieharmonika gespielt. Was ich dazu sagen muss: Wenn man keinen Bezug zu der Musik hat, geht sie einem auf den Wecker. Wer sie 9 Tage ohne Unterbrechung hört und erst noch in Mazedonien war, der hat einen völlig anderen Bezug und mag die Musik. So, ich hoffe, ich habe nichts vergessen *lach* Ach ja, alles war sehr sehr billig, das Land ist wirklich arm. Und im Winter nicht gerade mein bevorzugtes Reiseziel, weil es saukalt war! :-) So, und morgen ist also das Onlinetagebuch 3 Jahre alt. Ich hab mir noch gar nichts einfallen lassen. Mal sehen, vielleicht lass ich es ja Rosen regnen :-))... |